Adipositas - Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie 2011; 05(01): 10-14
DOI: 10.1055/s-0037-1618727
Bewegung und Adipositas
Schattauer GmbH

Einfluss von Bewegung auf Adipositas im Kindesund Jugendalter

The role of physical activity and inactivity in the development of obesity in childhood and youth
C. Graf
1   Abteilung Bewegungs- und Gesundheitsförderung am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft, Deutsche Sporthochschule Köln
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Publication Date:
22 December 2017 (online)

Zusammenfassung

Die Prävalenz der juvenilen Adipositas hat weltweit erhebliche Ausmaße erreicht. In Deutschland sind mindestens 15 % der Kinder übergewichtig oder adipös. In ausgewählten Risikokollektiven, z.B. bildungsfernen Schichten und/oder Migrationshintergrund, liegen die Angaben noch deutlich darüber. Sowohl in der Prävention wie auch der Therapie von Übergewicht spielt körperlicher Aktivität bzw. die Vermeidung von Inaktivität eine wesentliche Rolle. Trotzdem wurde ein gesicherter Nutzen im Kontext der Prävention von Übergewicht bislang nur für die Reduktion der Fernsehzeit beschrieben, die Effekte hinsichtlich der Steigerung der Bewegungszeit sind nach wie vor inkonsistent, insbesondere wenn lediglich der Body-Mass-Index als Erfolgsparameter herangezogen wird. Daher sollten stets die Effekte auf die Körperkomposition und mögliche Surrogatparameter, z.B. Lipide, Blutdruck oder die motorische Leistungsfähigkeit/Fitness etc., berücksichtigt werden. Im vorliegenden Beitrag werden daher die Hintergründe und Empfehlungen hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität, aber auch die Rolle der Inaktivität in der Entstehung der kindlichen Adipositas vorgestellt.

Summary

Worldwide, the prevalence of juvenile obesity is high. In Germany, at least 15 % of the children are overweight or obese. In special risk groups, e.g., low education and/or migration background, the prevalence is even higher. In preventive and therapeutic programs the increase of physical activity and decrease of inactivity plays a key role. But in terms of prevention of overweight a significant advantage has only been proven for the reduction of television time. Effects of an increase in physical activity are still inconsistent, particularly with regard to the Body Mass Index as the only parameter for effort. In addition, body composition and potential surrogate parameters, e.g., lipids, blood pressure or motor skills/fitness etc., should be taken into account. Within this article the background and recommendations in terms of physical activity and sedentary habits associated with the development of juvenile obesity are presented.