Z Gastroenterol 2017; 55(05): e1-e27
DOI: 10.1055/s-0037-1603042
Kategorie „Klinische Forschung“
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fäkaler Mikrobiom Transfer zur Behandlung der schweren pseudomembranösen Kolitis

S Götze
1  III. Medizinische Klinik, Klinikum Augsburg
,
A Ebigbo
1  III. Medizinische Klinik, Klinikum Augsburg
,
H Messmann
1  III. Medizinische Klinik, Klinikum Augsburg
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Einleitung:

Seit der randomisierten Studie von van Nood, im New England Journal of Medicine 2013 publiziert, hat der fäkale Mikrobiom Transfer (FMBT) einen festen Platz in der Therapie der rezidivierenden Clostridium difficile Infektion (CDI) gefunden (1). Sie wird mittlerweile auch von den Fachgesellschaften als Therapieoption für die rezidivierende CDI empfohlen (2). Auch in unserem Kollektiv an 21 Patienten mit rezidivierender CDI zeigten sich exzellente Ergebnisse. Der Stellenwert der FMBT bei der schweren pseudomembranösen Kolitis ist allerdings nicht gesichert und wird in der Regel mit Vancomycin oder Fidaxomicin behandelt. Wir zeigen an zwei Fallbeispielen, dass die FMBT in ausgewählten Fällen, eine exzellente Therapieoption für die schwere pseudomembranöse Kolitis sein kann. Außerdem möchten wir den endoskopischen Verlauf der pseudomembranösen Kolitis nach FMBT präsentieren.

Methoden:

Zwei Patientinnen (75 Jahre bzw. 54 Jahre) mit endoskopisch nachgewiesener schwerer pseudomembranösen Kolitis wurden nach frustraner Vortherapie mit Vancomycin mittels FMBT behandelt. Beide Patientinnen wurden aufgrund des Schweregrads des endoskopischen Befalls zweimalig transplantiert, weshalb wir einzigartige endoskopische Verlaufsbilder dokumentieren konnten.

Ergebnis:

Nach der FMBT kam es zu einer dramatischen klinischen und laborchemischen Besserung. Dies konnte mit einer erheblichen Besserung bzw. vollständigem Verschwinden der endoskopisch festgestellten Pseudomembranen korreliert werden.

Diskussion:

In ausgewählten Fällen kann die FMBT zur Primärtherapie der schweren CDI in Erwägung gezogenwerden, insbesondere bei therapierefraktärer Infektion.

Literatur:

[1] van Nood E, Vrieze A, Nieuwdorp M, et al.: Duodenal infusion of donor feces for recurrent; Clostridium difficile. N Engl J Med 2013; January 16, 2013, Vol. 368;5; [2] Debast et al; European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases: Update of the Treatment Guidance Document for Clostridium difficile Infection. Clin Microbiol Infect 2014 Mar;20 Suppl 2:1 – 26.