Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602565
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intraoperative Strahlentherapie als Therapieoption in der Rezidivsituation nach vorausgegangener brusterhaltender Therapie (BET) und Ganzbrustbestrahlung – Eine monozentrische Analyse

F Thangarajah
1  Uniklinik Köln Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Brustzentrum, Köln, Deutschland
,
M Kocher
2  Uniklinik Köln Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Köln, Deutschland
,
S Temming
2  Uniklinik Köln Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Köln, Deutschland
,
P Mallmann
3  Uniklinik Köln Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Köln, Deutschland
,
W Malter
1  Uniklinik Köln Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Brustzentrum, Köln, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Einleitung:

Im Rezidivfall eines Mammakarzinoms wird leitlinienkonform eine Mastektomie durchgeführt. Eine erneute Ganzbrustbestrahlung ist mit hoher Fibroserate und der Gefahr der Rippennekrose verbunden. Die intraoperative Radiotherapie (IORT) ist als IORT-Boost ein etabliertes Verfahren in Kombination mit einer brusterhaltenden Therapie (BET). Ziel dieser Studie war die Evaluation der IORT in Kombination mit einer BET in der Rezidivsituation.

Material und Methode:

In diese Studie wurden die Patientinnen mit einem Lokalrezidiv eines Mammakarzinoms eingeschlossen, die zwischen 2010 und 2015 in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Köln als Therapie eine erneute BET mit IORT mit dem INTRABEAM®-System (Karl-Zeiss, Oberkochen, Deutschland) erhielten. Gegenstand der Analyse war die Überprüfung eines Histologiewechsels, Lokalisation der Rezidive, die rezidiv-freie Zeit nach Primärdiagnose sowie nach Rezidivoperation.

Ergebnisse:

Insgesamt haben 10 Patientinnen in der Rezidivsituation eine BET mit IORT erhalten. Follow-up Daten liegen von 9 Patientinnen vor. Alle Rezidive traten im ehemaligen Tumorlager auf. Bei einer Patientin erlitt ein DCIS Rezidiv nach Mammakarzinom, bei den übrigen Patientinnen lag kein Histologiewechsel vor. Im Mittel traten die Rezidive 8,1 Jahre nach der Erstdiagnose auf. Im mittleren Follow-up von 3,2 Jahren ließ sich bei keiner Patientin ein Lokalrezidiv feststellen. 2 Patientinnen entwickelten im Verlauf Fernmetastasen, von denen eine 5 Jahre nach der Rezidivoperation verstarb.

Schlussfolgerung:

Im Falle eines lokalen Rezidivs nach BET eines Mammakarzinoms ist eine nochmalige brusterhaltenden (Segment-) Resektion mit IORT im Einzelfall eine mögliche Therapieoption. Sie stellt auf Wunsch der Patientin eine Alternative zu einer Mastektomie dar. Die gezeigten Ergebnisse und die bereits publizierten Fälle unterstützen dieses patientenorientierte Vorgehen.