Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602557
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Behandlung einer blutenden, inoperablen, exophytisch wachsenden, exulcerierten Thoraxwandmetastase mittels Elektrochemotherapie – ein Case Report

K Seiffert
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
,
E Laakmann
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
,
L Wagner
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
,
K Steffens
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
,
B Schmalfeldt
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
,
V Müller
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
,
I Witzel
1  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Gynäkologie, Brustzentrum, Hamburg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Hintergrund:

Die initiale Vorstellung einer 35-jährigen Patientin erfolgte 03/2015 bei lokal fortgeschrittenem, triple negativen Mammakarzinom. Nach neoadjuvanter Chemotherapie wünschte die Patientin trotz fehlender Remission bei nachgewiesener BRCA 1-Genmutation die bilaterale Mastektomie mit Sofortrekonstruktion (postoperatives Tumorstadium ypT2 ypN1). Während der adjuvanten Strahlentherapie (Thoraxwand, Lymphabflusswege) 12/2015 entstand eine ipsilaterale Thoraxwandmetastase in der mittleren Axillarlinie, diese wurde vollständig exzidiert und bestrahlt. Eine erneute Chemotherapie mit Capecitabine wurde aufgrund der Nebenwirkungen und lokalem Progress von der Patientin abgesetzt, die anschließend alternativmedizinische Maßnahmen durchführen ließ. 08/2016 erfolgt die erneute Wiedervorstellung mit einer blutenden, exophytisch wachsenden, zunehmend exulcerierten und inoperablen Thoraxwandmetastase von ca. 15 × 15 × 10 cm, ausgeprägter tumorassoziierter Anämie, Bewegungseinschränkung des linken Arms, Geruchsbelästigung und deutlich eingeschränkter Lebensqualität. Bei weiterer Ablehnung der systemischen Chemotherapie erfolgte die Planung einer Elektrochemotherapie als palliativer Therapieversuch.

Methode:

Im Zeitraum von Juli 2016 bis Dezember 2016 erfolgten 3 Sitzungen einer lokalen Elektrochemotherapie.

Ergebnisse:

Schon während der ersten Sitzung der Elektrochemotherapie sistierte die Blutung aus dem exulcerierten Tumor, weiterhin konnte eine Volumenreduktion der lokalen Metastase um die Hälfte (7 × 7 × 6 cm) erreicht werden. Nach zwei weiteren Sitzungen kam es zum vollständigen Einschmelzen der Thoraxwandmetastase. Als einzige Komplikation trat nach der ersten Sitzung eine massive Geruchsbelästigung durch nekrotisches Gewebe auf, welches mittels Abtragen und lokaler Spülung mit Metronidazol behoben werden konnte.

Diskussion:

Mittels der durchgeführten palliativen Elektrochemotherapie sistierte die Blutung anhaltend, weiterhin erfolgte eine massive Volumenreduktion der Weichteilmetastase. Die Lebensqualität der Patientin konnte mittels dieser lokalen, wenig invasiven Methode gesteigert werden. Die Elektrochemotherapie ergänzt als lokales Verfahren das palliative Therapiekonzept bei kutanen Metastasen eines Mammakarzinoms.