Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602551
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pilotstudie: Validierung des Fusion-X-US-Prototyps zur zeitgleichen Durchführung von automatisiertem 3D-Ultraschall und Tomosynthese der Brust

B Schäfgen
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
A Harcos
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
C Gomez
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
A Stieber
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
A von Au
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
J Spratte
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
G Rauch
2  Institut für Medizinische Biometrie und Informatik, Heidelberg, Deutschland
,
J Rom
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
F Schütz
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
C Sohn
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
J Heil
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
,
M Golatta
1  Universität Heidelberg, Frauenklinik, Heidelberg, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

In dieser Pilotstudie sollte die Eignung des Fusion-X-US Prototyps zur Untersuchung der Brust durch ABVS (Automated Breast Volume Scanner) und Tomosynthese in einem einzigen Arbeitsgang geprüft werden. Neben der technischen Funktionalität des Prototyps stand die Fähigkeit zur Detektion von Brustläsionen im Fokus.

Methodik:

Bei 23 Patientinnen am Brustzentrum des Universitätsklinikums Heidelbergs, bei denen eine Indikation zur Tomosynthese gestellt wurde, wurden mittels des X-US Prototypen ein automatisierter Ultraschall und eine Tomosynthese durchgeführt. Zusätzlich zur leitliniengerechten Diagnostik wurden die Bilder aus ABVS und Tomosynthese von zwei verblindeten Senologen unabhängig voneinander gemäß der BIRADS®-Klassifikation befundet. Die Resultate wurden mit denen aus der Standarddiagnostik verglichen.

Ergebnis:

In der Kohorte fanden sich in der Standarddiagnostik 29 solide Läsionen (23 benigne, inkl. drei Fällen mit Mikrokalzifikationen, und 6 maligne). Der Prototyp funktionierte technisch zuverlässig, allerdings waren Bildqualität und Abdeckung der Brust im ABVS teilweise noch nicht zufriedenstellend. Alle malignen Läsionen wurden von den Befundern korrekt lokalisiert und als abklärungsbedürftig oder maligne (BIRADS® 0 oder BIRADS® 3 – 5) eingestuft. Im ABVS wurden keine Läsionen zusätzlich zu den Befunden in der Tomosynthese gefunden, was allerdings angesichts der geringen Häufigkeit maligner Befunde im Kollektiv auch nicht zu erwarten war. Ein Zusatznutzen des ABVS zur Tomosynthese konnte daher weder belegt noch ausgeschlossen werden.

Schlussfolgerung:

Der Prototyp bietet ein funktionierendes System zur Durchführung von ABVS und Tomosynthese in einem Arbeitsgang. Solide Läsionen in der Brust können sicher lokalisiert und klassifiziert werden. Mit technischen Verbesserungen, insbesondere hinsichtlich Bildqualität und Flächenabdeckung, könnte dies einen vielversprechenden Ansatz zur erweiterten Brustdiagnostik darstellen.