Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602534
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das hochgradige duktale Carcinoma in Situ beim Mann: Ein Case Report

F Reinhardt
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf, Deutschland
,
B Mathys
2  Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf, Deutschland
,
P Reinecke
3  Institut für Pathologie, Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf, Deutschland
,
H Neubauer
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf, Deutschland
,
T Fehm
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf, Deutschland
,
S Mohrmann
1  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Heinrich-Heine Universität, Düsseldorf, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Hintergrund:

Das duktale Carcinoma in Situ (DCIS) ist bei Männern ein sehr seltenes Krankheitsbild mit einer Prävalenz von unter 0,1%. Im Vergleich zu Frauen zeigt sich ein Auftreten im späteren Lebensalter, eine spätere Diagnosestellung sowie häufig fortgeschrittenere Stadien. Eine besondere Herausforderung besteht in der Bildgebung des DCIS beim Mann bedingt durch das seltene Auftreten, eine relativ häufig maskierende Gynäkomastie und das fehlende Mammografie-Screening bei Männern.

Fallvorstellung:

Wir berichten über den Fall eines reinen hochgradigen DCIS der männlichen Brust. Anamnestisch zeigten sich seit 8 Jahren mehrere Episoden linksseitigen Brustschmerzes sowie rezidivierende Sekretionen der linken Mamille seit 2 Jahren. Die Mammografie der Brust detektierte eine bilaterale Gynäkomastie sowie gutartige Verkalkungen beidseits. Die anschließend durchgeführte sonographische Untersuchung der Brust ergab am ehesten den Verdacht auf ein Lipom. Da die klinische, mammographische und sonographische Diagnostik keine endgültige Diagnose erlaubte, erfolgte eine erweiterte Diagnostik mittels Magnetresonanztomografie (MRT). Diese zeigte sich zielführend mit dem dringendem Verdacht auf ein DCIS. Die stereotaktische Vakuumbiopsie und die im Anschluss durchgeführte Mastektomie mit Wächterlymphknotenentfernung bestätigte die Diagnose eines hochgradigen DCIS.

Zusammenfassung:

Dieser Fall beschreibt die gegenwärtigen Herausforderungen in der Diagnostik und dem Management des DCIS beim Mann. Jeder Mann mit suspektem Tastbefund, Hautveränderung der Mamma, Lymphknotenschwellungen sowie Mamillensekretion sollte eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung sowie eine Vorstellung in einem zertifizierten Brustzentrum erhalten. Wenn die klinische, mammographische und sonographische Diagnostik keine endgültige Diagnose erlaubt, kann eine ergänzende MRT Untersuchung sich als ein weiteres nützliches Diagnosetool erweisen.