Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602533
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Risikofaktoren für das triple negative Mammakarzinom im Vergleich zu anderen Mammakarzinomsubtypen: Ergebnisse einer monozentrischen Kohortenstudie

JC Radosa
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
EF Solomayer
1  Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Frauenheilkunde, Reproduktionsmedizin und Geburtshilfe, Homburg, Deutschland
,
M Karsten
2  Charité Berlin, Klinik für Frauenheilkunde, Campus Mitte, Berlin, Deutschland
,
J Krammer
3  Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Radiologie, Mannheim, Deutschland
,
M Morrow
4  Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, Breast Surgery, New York, Vereinigte Staaten von Amerika
,
MP Radosa
5  Agaplesion Diakonieklinikum Kassel, Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin, Kassel, Deutschland
,
TA King
6  Dana-Farber Cancer Institute, Breast Surgery, Boston, Vereinigte Staaten von Amerika
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Das Ziel dieser retrospektiven Kohortenstudie war es Risikofaktoren für die Entwicklung eines triple negativen Mammakarzinomes (TNBC) im Vergleich zu Risikofaktoren für andere Mammakarzinomsubtypen zu identifizieren.

Methodik:

Alle Patientinnen, welche aufgrund eines primären Mammakarzinoms zwischen Januar 1998 und Dezember 2011 an der Abteilung für Brustchirurgie des Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York/USA behandelt wurden, wurden mithilfe einer prospektiv erstellten Datenbank retrospektiv identifiziert. Es wurden epidemiologische, histo-pathologische, fertilitätsbezogene, soziale und anamnestische Parameter anhand von Patientenakten extrahiert und analysiert. Die statistische Analyse erfolgte zunächst univariat und im Anschluss multivariat.

Ergebnisse:

12.915 Patientinnen konnten in die finale Analyse miteingeschlossen werden. 8997 (70%) waren Luminal A Tumore, 1930 (15%) triple negative Tumore, 1241 (10%) Luminal B Tumore und 747 (5%) Her2 positive Tumore. Patientinnen mit TNBC waren häufiger afro-amerikanscher Herkunft, zeigten einen höheren BMI, weniger dichtes Brustdrüsengewebe und waren häufiger Multipara im Vergleich zu anderen Mammakarzinomsubtypen. Hinsichtlich der familiären Belastung wiesen Frauen mit TNBC eine höhere Anzahl an erkrankten Familienmitgliedern, sowie einen größeren Anteil an BRCA Mutation auf.

Schlussfolgerung:

Die Studie zeigt unterschiedliche Risikofaktoren für das TNBC im Vergleich zu anderen Mammakarzinomsubtypen. Diese Ergebnisse können helfen die Früherkennung dieser Tumorentität weiter zu verbessern.