Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602526
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Brustverkleinerungen bei Patientinnen im Senium

V Penna
1  Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
,
D Braig
1  Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
,
GB Stark
1  Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Einleitung:

Patientinnen mit Mammahypertrophie leiden an Beschwerden im orthopädischen Bereich, wie z.B. Nackensteife oder Halswirbelsäulenproblemen, Schnürfurchen durch den BH oder Hautbprobleme in der Unterbrustfalte. Aufgrund der Altersveränderung unserer Gesellschaft und des hohen Maßes an Aktivität der Menschen im Senium werden zunehmend Brustverkleinerungen auch an älteren Patientinnen durchgeführt. Die vorliegende Studie untersucht retrospektiv die mit einer Brustverkleinerung im Senium einhergehende Morbidität.

Patienten und Methoden:

Die Daten aller Patientinnen > 60 Jahre, die sich im Zeitraum von 1998 – 2011 einer bilateralen Mammareduktion unterzogen hatten, wurden hinsichtlich Komplikationsrate und Patientenzufriedenheit (CSQ-8) nachuntersucht und mit einer jungen Patientinnengruppe (Alter > 35 Jahre) verglichen.

Ergebnisse:

Es wurden je Gruppe 25 Patientinnen in die Studie eingeschlossen. Das Durchschnittsalter betrug 65,4 und 23,4 Jahre. Die älteren Patientinnen litten unter signifikant mehr Vorerkrankungen (35 vs. 9, p > 0,05). Das mittlere Resektionsgewicht in beiden Gruppen betrug 1684,4 g, wobei bei den jüngeren Patientinnen tendenziell weniger reseziert wurde (1541 g vs. 1828 g, p = 0,34). Acht Frauen in der jungen Patientinnengruppe und 11 in der älteren Gruppe hatten postoperativ minor-Komplikationen (p = 0,56), 2 Patientinnen der jüngeren Gruppe durchliefen major-Komplikationen. Die Patientenzufriedenheit in der älteren Gruppe war signifikant höher (mittlerer Wert von 27,3 vs. 30,3 bei den Jüngeren, p < 0,05).

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse unserer retrospektiven Studie zeigen, dass die Durchführung einer Mammareduktion auch bei Patienten im hohen Lebensalter trotz der Vielzahl an Vorerkrankung und der damit einhergehenden Medikamenteneinnahmen zuverlässig durchgeführt werden kann.