Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602523
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hoch-intensives Kraft-/Ausdauertraining erhöht die antioxidative Kapazität im Muskel von BRCA Mutationsträgern (BIJOU-Studie)

S Otto
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
,
U Schumann
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
,
SVW Schulz
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
,
S Andreß
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
,
T Graf
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
,
E Trájer
2  University of Physical Education, Division of Health Sciences and Sport Medicine, Budapest, Ungarn
,
F Ebner
3  Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Ulm, Deutschland
,
W Janni
3  Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Ulm, Deutschland
,
J Huober
3  Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Ulm, Deutschland
,
M Zügel
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
,
JM Steinacker
1  Universitätsklinikum Ulm, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin, Ulm, Deutschland
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Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
09. Mai 2017 (online)

 

Zielsetzung:

Körperliche Aktivität in der Jugend verzögert die Entstehung von Brustkrebs bei BRCA Mutationsträgern. Das Reparaturgen BRCA1 besitzt über die Interaktion mit Acetyl-CoA Carboxylase auch eine metabolische Muskelfunktion. Die BIJOU-Studie untersucht, inwieweit ein hoch-intensives Kraft-/Ausdauertraining dem gestörten Fettstoffwechsel entgegenwirkt und die antioxidative Kapazität im Muskel von BRCA Mutationsträgern erhöhen kann.

Materialien und Methoden:

In dieser zweiarmigen, kontrollierten Kohortenstudie (16 F/M, 18 – 69 Jahre) wurden die Auswirkungen eines hochintensiven Kraft-/Ausdauertrainings (IG) mit niedrig intensiven Entspannungsübungen (KG) jeweils an drei Tagen pro Woche über einen Gesamtzeitraum von 6 Wochen verglichen. Primär wurden Veränderungen im Energiestoffwechsel erhoben. Sekundäre Endpunkte bezogen sich auf Aktivitäten von Genen des Lipidstoffwechsels, molekulare Entzündungsmarker, Kraft- und Ausdauerleistungsfähigkeit (1-RM, VO2max), Lebensqualität und anthropometrische Daten.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse an 13 Frauen und 3 Männern zeigten hoch signifikante Kraftverbesserungen (+29%, p < 0,01) am Ruderkraftgerät in der IG und keine Kraftveränderungen in der KG. Auch an den anderen Kraftgeräten zeigten sich ähnliche Tendenzen. Der Entzündungsmarker CRP bildete sich in der IG von 4,5 auf 1,9 mg/ml signifikant zurück, während er in der KG leicht anstieg. Ferner stieg der Serum Thiol Status in der IG von 611,27 ± 114,9 µmol/l auf 667,89 ± 85,3 µmol/l (MW ± SD) an, während er sich in der KG zurückbildete (MW ± SD: -34,58 ± 21,53 µmol/l).

Zusammenfassung:

Die Ergebnisse der BIJOU-Studie weisen auf eine Hochregulierung von Thiol als ROS Scavenger hin. Durch intensives Training wird der Serumproteinstatus von Thiol erhöht. Durch Verbesserungen des zellulären Metaboloms in dieser Hochrisikogruppe könnte der erhöhten Tumorentstehung bei BRCA-Mutationsträgern entgegen gewirkt werden.