Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602514
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pyoderma gangraenosum: eine wichtige Diffenzialdiagnose in der ästhetischen und rekonstruktiven Mammachirurgie

L Mavrova-Risteska
1  Johann Wolfgang Goethe Universität, Universitäres Brustzentrum, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Frankfurt am Main, Deutschland
,
C Solbach
1  Johann Wolfgang Goethe Universität, Universitäres Brustzentrum, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Frankfurt am Main, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Zielsetzung:

Das Pyoderma gangraenosum (PG) ist eine seltene entzündliche neutrophile Erkankung der Haut, die z.T. zu schmerzhaften Ulzerationen führen kann. Die genaue Ursache ist unbekannt. Wir berichten über 3 Fälle in der ästhetischen und rekonstruktiven Brustchirugie.

Materialien:

Eine 36-jährige Patientin mit Z.n. beidseitiger Augmentation, die sich mit nahezu vollständiger Ulzeration der Kutis im Bereich beider Mammae vorstellte. Eine 46-jährige Patientin die nach einer Eigengeweberekonstruktion mit einem freien Lappen bei Z.n. hautsparender Mastektomie septische Temperaturen entwickelte und zunächst keine typischen Ulzerationen der Kutis aufwies. Eine 51-jährige Patientin die nach Eigengeweberekonstruktion mit einem gestielten TRAM-Lappen ein fulminantes PG mit nahezu vollständigem Verlust der Kutis präsentierte.

Methoden:

Alle 3 Fälle stellten eine schwierige Differenzialdiagnose zu einer Infektion bei hoher Leukozytose und in 2 Fällen septischen Temperaturen dar. Eine breite antibiotische Abdeckung führte zu keiner wesentlichen Verbesserung der Klinik. Eine Therapie mit hohen Kortisondosen neben dem Einsatz einer VAC-Behandlung in 2 Fällen führte zum Überleben beider Lappenrekonstruktionen und im Falle der augmentierten Patientin zum Erhalt von Restdrüsengewebe.

Ergebnisse:

Die Durchführung einer immunsuppressiven Therapie mit Kortison ist eine effektive Behandlungmethode beim PG. Ein chirurgisches Vorgehen sollte äußerst zurückhaltend in der akuten Phase eingesetzt werden. Eine VAC-Therapie zeigt sich auch beim PG sehr effektiv in der lokalen Wundbehandlung.

Zusammenfassung:

Bei lividen Erythemen und unklaren, rasch progredienten postoperativen Hautulzerationen sollte immer an ein PG gedacht werden. Das PG bleibt eine Ausschlussdiagnose bei fehlenden eindeutigen Diagnosekriterien.