Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602512
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Bedeutung der V. cephalica und V. saphena magna Interponate als Alternative und Rettungsanker in der autologen Brustrekonstruktion

F Masberg
1  Helios Klinikum Schwerin, Klinik f. Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Schwerin, Deutschland
,
M Hornberger
1  Helios Klinikum Schwerin, Klinik f. Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Schwerin, Deutschland
,
R Mett
1  Helios Klinikum Schwerin, Klinik f. Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Schwerin, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Der erfolgreiche autologe Gewebetransfer zur Brustrekonstruktion wird hauptsächlich durch die Perforatorlappenpräparation und die Gefäßanastomosen bestimmt. Perfusionssstörungen bei mikrochirurgischen Lappenplastiken sind in den meisten Fällen venöser Ursache. Anastomosenqualität und strömungsphysikalische Limitationen der miteinander vereinigten Gefäße sind hierbei entscheidend. Insbesondere bei erheblichen Größenunterschieden der oftmals sehr kräftigen und paarigen Lappenstielvenen zur V. thoracica interna wird die Gefäßanastomose selbst zu einer Behinderung des venösen Rückflusses. Somit besteht die Notwendigkeit zu alternativen Gefäßoptionen spätestens bei Zeichen der venösen Kongestion.

Methoden:

Es erfolgt eine klinikinterne Auswertung der Indikationen, Techniken der Durchführung und Ergebnisse bei Verwendung der V. cephalica bzw. V. saphena magna Interponate im Rahmen der Brustrekonstruktionen mit DIEAP-Flap und FCI-Flap.

Ergebnisse:

Die V. cephalica war etwa bei jeder 8. Patientin sowohl als zusätzliche venöse Ableitung mittels Anastomose zum oberflächlichen Gefäßssystem der DIEP-Lappenplastik (SIEV) oder auch allein für den Anschluss an die kräftige Lappenstielvene erforderlich gewesen. Im Rahmen von Revisionseingriffen konnte dank der V. cephalica in 4 Fällen die Lappenplastik gerettet werden, in 2 weiteren Fällen war ein V. saphena magna Interponat verwendet worden. Durch ein Veneninterponat konnte ein DIEP-Totalverlust durch einen FCI-Flap ersetzt werden. Als Spätergebnisse wurden Einheilungsstörungen im Sinne von Fettgewebsnekrosen und Offenheitsrate der V. cepahlica-Anastomose untersucht.

Schlussfolgerungen:

Die V. cephalica eignet sich hervorragend als Alternative und auch als zusätzliche Option für den venösen Gefäßanschluss bei autologen Brustrekonstruktionen. Gründe hierfür sind verläßliche Gefäßqualitäten bzgl. Gefäßdurchmesser und eine ausreichende Gefäßlänge, die relativ einfache Präparation und die fehlende Komplikationsrate im eigenen Patientengut. V. saphena magna Interponate haben eine Berechtigung als Rettungsanker bei Revisionseingriffen.