Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602503
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Disseminierte Tumorzellen im Knochenmark beim primären Mammakarzinom – Fälle der Unifrauenklinik Dresden aus den Jahren 2013 bis 2015

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1  Uniklinik Dresden, Gynäkologie, Dresden, Deutschland
,
JD Kuhlmann
1  Uniklinik Dresden, Gynäkologie, Dresden, Deutschland
,
P Wimberger
1  Uniklinik Dresden, Gynäkologie, Dresden, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Zielsetzung:

Disseminierte Tumorzellen (DTC) im Knochenmark sind prognostisch relevant können Ursache einer späteren Metastasierung sein.

Es erfolgte eine Analyse des Patientenkollektives der Unifrauenklinik Dresden unter Berücksichtigung des Vorhandenseins oder der Abwesenheit von DTC's in Bezug auf die klinischen Daten.

Materialien und Methoden:

Ausgewertet wurden adjuvante oder neoadjuvante Patientinnen, die in den Jahren 2013 bis 2015 eine Knochenmarkpunktion (KMP) im Rahmen der primären Brustoperation bekamen. Die DTC Analyse erfolgte durch immunzytochemischen Nachweis Zytokeratin-positiver Zellen im Knochemark mithilfe einer automatisierten Auswerteeinheit (ARIOL-System, Leica).

Ergebnisse:

Insgesamt erhielten 259 Patientinnen eine KMP. Davon wiesen 84 (32,4%) einen Befall des Knochenmarks mit DTC's auf, 175 (67,6%) hatten einen negativen Befund.

Bei 110 Patienten mit neoadjuvantem Konzept erfolgte die Knochenmarkpunktion nach der Chemotherapie. Diese Patienten hatten zu 27,3%, wohingegen adjuvant behandelte Patienten in der noch therapienaiven Situation zu 36,2% einen positiven DTC-Status aufwiesen.

Beachtet man den Rezeptorstatus hatten 34,8% der Hormonrezeptor positiven/Her2-negativen, 25,8% der triple negativen, 38,5% der Her2-positiven/Hormonrezeptor negativen (nur 13 Patienten) und 24,3% der triple positiven Patientinnen einen positiven DTC Befund.

Therapeutisch wurde den Patientinnen mit DTC's eine adjuvante Bisphosphonattherapie angeboten, was 74 von 84 Patientinnen wahrnahmen (88,1%).

Zusammenfassung:

Das Vorhandensein von DTC's gilt als Risiko für ein schlechteres Outcome. Nach neoadjuvanter Vortherapie ist die Rate an entdeckten DTC's geringer.

Die triple negativen und triple positiven Patienten zeigen ein geringeres Auftreten von DTC's. Diese Tumortypen werden überwiegend neoadjuvant vorbehandelt.

Ein prospektives Follow up der Patienten wird erhoben, benötigt aber eine längere Beobachtungszeit.