Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602499
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Das Jumping Breast Phänomen nach subkutaner Mastektomie: Erstbeschreibung und Gradeinteilung einer bekannten Brustdeformität

A Kümmel
1  Kliniken-Essen-Mitte, Interdisziplinäres Brustzentrum/Senologie, Essen, Deutschland
,
S Kümmel
1  Kliniken-Essen-Mitte, Interdisziplinäres Brustzentrum/Senologie, Essen, Deutschland
,
F Hagemann
1  Kliniken-Essen-Mitte, Interdisziplinäres Brustzentrum/Senologie, Essen, Deutschland
,
J Holtschmidt
1  Kliniken-Essen-Mitte, Interdisziplinäres Brustzentrum/Senologie, Essen, Deutschland
,
S Botzenhardt
1  Kliniken-Essen-Mitte, Interdisziplinäres Brustzentrum/Senologie, Essen, Deutschland
,
JU Blohmer
2  Charité Berlin, Klinik für Gynäkologie, Brustzentrum Campus Mitte, Berlin, Deutschland
,
M Reinisch
1  Kliniken-Essen-Mitte, Interdisziplinäres Brustzentrum/Senologie, Essen, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Zielsetzung:

Die Prognose des Mammakarzinoms wird stetig besser mit dem gleichzeitigen Ziel, die Therapie des Mammakarzinoms schonender zu gestalten unter Erhalt eines guten kosmetischen Ergebnisses. Ist eine Brusterhaltende Therapie nicht möglich, sollten der Patientin verschiedene Möglichkeiten von Brustrekonstruktionen angeboten werden. Die Sofortrekonstruktion durch subpektorale Implantateinlage ist dabei das häufigste Verfahren. Dabei kann es besonders bei schlanken Frauen zu einer unterschiedlich stark ausgeprägten Brustverformung im Sinne einer Elevation der Brust mit Faltenbildung im kaudalen und kranialen Quadraten bei Kontraktion des M. pectoralis nach subpektoraler Implantateinlage kommen.

Materialien und Methoden:

Nach subpektoraler Implantateinlage zur Brustrekonstruktion nach Mastektomie kommt es bei Kontraktion des M. pectoralis zu einer Elevation der Brust nach kranial – sie „hüpft“ in unterschiedlich starker Ausprägung (Jumping Breast, JB). In der Literatur werden verschiedene Lösungswege dieser JB bei Patientinnen nach Augmentation beschrieben. Das Phänomen der Brustverformung nach subcutaner Mastektomie und Rekonstruktion ist zwar in der onkologischen Chirurgie bekannt, wurde aber weder in einer systematischen Weise beschrieben noch wurden Lösungswege aufgezeigt.

Ergebnisse:

In der vorliegenden Arbeit beschreiben wir erstmalig eine Gradeinteilung der JB, geben Beispiele für unterschiedliche Schweregrade an und beschreiben die primäre und sekundäre Prävention. Durch ein z.B. zweizeitiges Vorgehen mit einer primär zunächst präpectoralen Implantateinlage und mit einem ggf. Etagenwechsel auf subpectoral nach Ausbildung einer Kapsel kann diese zum Teil schwere Brustdeformität vermieden werden.

Zusammenfassung:

Die Jumping Breast ist häufig ein erheblich störendes Phänomen nach subcutaner Mastektomie und Sofortrekonstruktion durch subpektorale Implantateinlage, wurde aber bisher nicht systematisch klassifiziert. Die Systematik beschreibt erstmals eine interinstitutionelle vergleichbare Gradeinteilung und gibt Lösungswege an.