Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602498
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prognostische Relevanz von Caspase-8 Polymorphismen für das Mammakarzinom

JD Kuhlmann
1  Technische Universität Dresden, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
2  Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Parner Site Dresden, Dresden, Deutschland
3  Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung, Dresden, Deutschland
,
A Bankfalvi
4  Universitätsklinikum Essen, Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen, Deutschland
,
R Kimmig
5  Universitätsklinikum Essen, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Essen, Deutschland
,
KW Schmid
4  Universitätsklinikum Essen, Institut für Pathologie und Neuropathologie, Essen, Deutschland
,
HS Bachmann
6  Universitätsklinikum Essen, Institut für Pharmakogenetik, Essen, Deutschland
,
P Wimberger
1  Technische Universität Dresden, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
2  Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), Parner Site Dresden, Dresden, Deutschland
3  Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung, Dresden, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Es wurde bereits mehrfach beschrieben, dass bestimmte Genotypen zweier Caspase-8 Polymorphismen (CASP8 -652 6N ins/del und CASP8 D302 H) mit einer verminderten Brustkrebs Suszeptibilität einhergehen. Im Gegenzug dazu wurde in Pilotstudien berichtet, dass diese Genotypen für das Kolorektalkarzinom bzw. das Neuroblastom, zum Zeitpunkt eines bereits bestehenden Tumors, einen negativ prognostischen Faktor darstellen. Die prognostische Relevanz dieser genetischen Varianten für das Mammakarzinom ist bisher jedoch nicht bekannt und soll daher in der vorliegenden Studie untersucht werden.

Methodik:

Die Genotypisierung wurde mittels Pyrosequenzierung durchgeführt. Die Caspase-8 mRNA-Expression wurde mittels RT-qPCR bestimmt und die Überlebensanalysen erfolgten durch Kaplan-Meier-Plots.

Ergebnisse:

Wir konnten eine Gendosis abhängige Assoziation zwischen CASP8 -652 6N ins/del and der Caspase-8 mRNA-Expression im Mammakarzinom Gewebe feststellen, wobei homozygote Deletionsträger das geringste relative Caspase-8 mRNA Expressionslevel aufwiesen. Des Weiteren erwiesen sich der CASP8 -652 6N ins/del sowie der D302 H Polymorphismus als negativ prognostische Faktoren in Bezug auf das Gesamtüberleben (OS, p = 0,0018 bzw. p = 0,015). Darüber hinaus stellte -652 6N ins/del einen unabhängigen Prädiktor für das OS dar (p = 0,006). Ferner konnten wir zeigen, dass der negative prognostische Einfluss beider Polymorphismen unabhängig voneinander ist und einen additiven Einfluss auf das OS hat.

Schlussfolgerung:

Wir konnten erstmalig einen negativ-prognostischen Einfluss von CAPS8 -652 6N ins/del and D302 H bei Patientinnen mit Mammakarzinom beschreiben. Unsere Ergebnisse lassen es sinnvoll erscheinen, die klinische Relevanz dieser genetischen Varianten für das Mammakarzinom im Rahmen eines prognostischen Biomarkers in größeren Patientinnen Kohorten zu validieren.