Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602497
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Phylloidestumor der Mamma: Lokale Therpieoptionen bei borderline und malignen Phylloidestumoren – zwei Fallberichte

U Kreimer
1  Universitätsklinik Düsseldorf, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Düsseldorf, Deutschland
,
B Mathys
2  Universitätsklinik Düsseldorf, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Düsseldorf, Deutschland
,
P Reinecke
3  Universitätsklinik Düsseldorf, Institut für Pathologie, Düsseldorf, Deutschland
,
T Fehm
1  Universitätsklinik Düsseldorf, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Düsseldorf, Deutschland
,
S Mohrmann
1  Universitätsklinik Düsseldorf, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Düsseldorf, Deutschland
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
09. Mai 2017 (online)

 

Hintergrund:

Phylloidestumore der Mamma stellen mit 0,3 – 1% eine seltene Entität der Primärtumore dar und kennzeichnen sich durch ein fibroepitheliales Wachstum. Borderline und maligne Phylloidestumore weisen ein hohes Risiko für Lokalrezidive auf. Sie bedürfen daher einer adäquaten lokalen Therapie. Eine Herausforderung liegt in der präoperativen Diagnostik, da sie sowohl in der Bildgebung, als auch in der Histologie anderen Tumoren der Mamma ähneln können und die Differentialdiagnose erschweren.

Fallvorstellung:

Im ersten Fall berichten wir über eine 47-jährige Patientin mit einem schnell wachsenden Knoten der linken Mamma. Mammographisch und sonographisch zeigte sich ein großer, überwiegend glatt begrenzter Herdbefund, dem ein intensiv kontrastmittelaufnehmender Herdbefund im MRT entsprach. Stanzbioptisch ergab sich der Verdacht auf einen Phylloidestumor mindestens vom Borderline-Typ, sodass eine modifizierte radikale Mastektomie durchgeführt wurde. Bei großem borderline Phylloidestumor (7,5 cm) und junger Patientin erfolgte eine individuelle Therapieentscheidung zur adjuvanten Strahlentherapie.

Im zweiten Fall berichten wir über eine 48-jährige Patientin mit einem palpablen Knoten in der rechten Mamma. Mammographisch und sonographisch zeigte sich ein überwiegend glatter, z.T. gelappter Herdbefund. Die Stanzbiopsie entsprach einer B3-Läsion, ein maligner Phylloidestumor konnte nicht ausgeschlossen werden. Eine Segmentresektion mit Hautspindel wurde durchgeführt. Es erfolgte eine adjuvante Strahlentherapie nach brusterhaltender Therapie bei Tumorgröße < 2 cm.

Zusammenfassung:

Die Fälle beschreiben die Herausforderungen in der Entscheidungsfindung zur adäquaten Therapie von borderline oder malignen Phylloidestumoren der Mamma. Um die richtige Therapie zu wählen, sollte präoperativ eine ausführliche Diagnostik mittels Mammografie, Sonografie, ggf. Mamma-MRT und histologischer Sicherung erfolgen. Therapeutisch kann neben der operativen Therapie eine adjuvante Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Die Therapieentscheidung sollte interdisziplinär erfolgen.