Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602492
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intraoperative Strahlentherapie als intraoperativer Boost während der brusterhaltenden Operation nach neoadjuvanter Chemotherapie beim hormonrezeptorpositiven HER2neu negativen Mammakarzinom

HC Kolberg
1  Marienhospital Bottrop gGmbH, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Bottrop, Deutschland
,
G Lövey
2  BORAD, Strahlentherapie, Bottrop, Deutschland
,
L Akpolat-Basci
1  Marienhospital Bottrop gGmbH, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Bottrop, Deutschland
,
M Stephanou
1  Marienhospital Bottrop gGmbH, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Bottrop, Deutschland
,
PA Fasching
3  Universitätsklinikum Erlangen, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Erlangen, Deutschland
,
M Untch
4  Helios Klinikum Berlin-Buch, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Berlin, Deutschland
,
O Hoffmann
5  Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Essen, Deutschland
,
M Bulsara
6  University of Notre Dame, Freemantle, Australien
,
JS Vaidya
7  University College London, London, Vereinigtes Königreich
,
C Liedtke
8  Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Lübeck, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Die intraoperative Strahlentherapie (IORT) als intraoperativer Boost während der brusterhaltenden Operation (BET) ist eine etablierte Methode. In einer früheren Untersuchung konnten wir einen günstigen Effekt der IORT im Vergleich zum externen Boost auf das Gesamtüberleben (OS) in einer unselektierten Population nach neoadjuvanter Chemotherapie (NAT) zeigen. Hier präsentieren wir eine Analyse der hormonrezeptorpositiven HER2neu negativen Subgruppe.

Methodik:

In dieser Kohortenstudie mit 46 Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem HER2neu negativem Mammakarzinom nach NAT, wurden 21 Patientinnen mit IORT-Boost (IORT) mit 26 Patientinnen mit externem Boost (EBRT) in Bezug auf krankheitsfreies Überleben (DFS), Gesamtüberleben (OS), brustkrebsspezifische Mortalität (BCSM) und nicht brustkrebsspezifische Mortalität (NBCSM) verglichen.

Ergebnis:

Es fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich Tumorgröße, Grading, Nodalstatus und pCR-Rate. Der mediane Follow-Up betrug 49 Monate. Während sich bezüglich des DFS kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen zeigte, war der Kaplan-Meier-Schätzer für das 5-Jahres-OS signifikant um 21% günstiger für die IORT-Gruppe: IORT 100%, EBRT 79%, log-rank-p 0,028. Dieser Effekt kam durch eine signifikant geringere NBCSM zustande: IORT 0%, EBRT 16%, log-rank-p 0,047.

Schlussfolgerung:

Das verbesserte Gesamtüberleben durch die nicht brustkrebsassoziierte Mortalität nach Boost als IORT im Vergleich zur EBRT nach NAT in der Gesamtkohorte ist in der hormonrezeptorpositiven HER2neu negativen Subgruppe reproduzierbar. Diese Daten unterstützen den Einschluss von Patientinnen in die TARGIT-B-Studie, in der die Hypothese der Überlegenheit der IORT als intraoperativer Boost im Vergleich zum externen Boost auch abhängig von biologischen Tumortypen untersucht wird. Des weiteren legen unsere Daten nahe, die Beeinflussung der nicht brustkrebsassoziierten Mortalität durch die IORT weiter zu untersuchen.