Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602488
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Postoperative MRT-Kontrollen nach prophylaktischer Mastektomie bei BRCA1/2-Trägerinnen – ein Fallbericht

K Keller
1  Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Frauenklinik, Dresden, Deutschland
,
C Meisel
2  Universitätsfrauenklinik Dresden, Gynäkologie/Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
,
K Kast
2  Universitätsfrauenklinik Dresden, Gynäkologie/Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
,
P Wimberger
2  Universitätsfrauenklinik Dresden, Gynäkologie/Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Einleitung:

BRCA1/2-Anlageträgerinnen haben ein lebenslanges Risiko von etwa 60% für die Erkrankung an einem Mammakarzinom. Für gesunde Anlageträgerinnen reduziert sich das Risiko durch eine bilaterale prophylaktische Mastektomie um 90 – 95% und liegt damit unterhalb dem Erkrankungsrisiko der Allgemeinbevölkerung. Die Teilnahme am Intensivierten Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm unter Studienbedingungen der Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs ist danach nicht mehr vorgesehen. Ein Jahr nach abgeschlossener prophylaktischer Operation ist gemäß Studienprotokoll eine einmalige MRT der Mamma zum Ausschluss von Restbrustdrüsengewebe und die nachfolgend die weitere prospektive Erhebung von Überlebensdaten vorgesehen. Wir berichten über eine 38-jährige Trägerin einer pathogenen Mutation im BRCA1-Gen, die ab 2014 in unserem Zentrum betreut wird. Die Patientin entschied sich nach interdisziplinärer Beratung für die Durchführung einer prophylaktischen subcutanen Mastektomie unter Mamillenerhalt und mit primärer Implantatrekonstruktion. Ein Jahr nach der prophylaktischen Operation erfolgte einmalig eine Mamma-MRT zur Beurteilung im Hinblick auf eventuell verbliebenes Restdrüsengewebe. Es zeigte sich beidseits Restdrüsengewebe. Nach Krankenkassenantrag wurde die intensivierte Früherkennung mit Sonografie und MRT begonnen. Die erneute operative Therapie mit dem Ziel der kompletten Entfernung des Drüsengewebes wurde ebenfalls von der Krankenkasse bewilligt und ist geplant. Eine prophylaktische Mastektomie ist die effektivste Maßnahme zur Senkung des Erkrankungsrisikos gesunder Anlageträgerinnen. Um der BRCA1/2-Anlageträgerin Sicherheit für den Erfolg der Operation und damit auch für die Beendigung des Intensivierten Früherkennungs- und Nachsorgeprogrammes unter Studienbedingungen bieten zur können, ist eine postoperative Kontrolle sinnvoll. In der Regel sind nachfolgend gezielte Sonografien ausreichend. Die Betreuung von BRCA1/2-Anlageträgerinnen sollte zur Optimierung der Betreuung durch Versorgungsforschung an einem Zentrum des Konsortiums erfolgen.