Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602485
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einsatz von pegyliertem liposomalen Doxorubicin bei ausgeprägter Knochenmarkskarzinose durch ein Mammakarzinom: ein Fallbericht

P Junker
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
,
J Puppe
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
,
W Malter
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
,
P Mallmann
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
,
M Wirtz
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fallbericht:

Die 56-jährige Patientin war 2002 an einem nodal-positiven, triple negativen rechtseitigen Mammakarzinom erkrankt. Es erfolgte eine adjuvante Chemotherapie mit 6 x FEC sowie Radiatio der Lymphabflussweg. 2014 wurden ein kontralaterales Mammakarzinom sowie ein rechtseitiges Rezidiv diagnostiziert. Nach BET und Axilladissektion zeigte sich linkseitig ein HR-positives und HER2/neu-negatives, nodal positives Mammakarzinom. Das Rezidiv rechts war HR- und HER2/neu negativ. Eine Chemotherapie mit Paclitaxel weekly musste nach dem 9. Zyklus auf Grund einer ausgeprägten Polyneuropathie beendet werden. Die Therapie wurde mit 3 Zyklen Carboplatin und Gemcitabine fortgesetzt. Zusätzlich erfolgte eine Radiatio der linken Mamma. Eine antihormonelle Therapie mit Tamoxifen wurde begonnen. Bei laborchemischem Nachweis einer refraktären Thrombopenie wurde die Indikation zur Knochenmarkspunktion gestellt. Im Beckenkammtrepanat zeigten sich ausgedehnte Infiltrate des vorbekannten Mammakarzinoms. Die Resthämatopoese lag bei nur 3%. Im radiologischen Staging wurden keine weiteren Tumormanifestationen nachgewiesen. Bei bestehenden Thrombopenien auf bis zu 4 × 1 E9/l mit ausgedehnten Petechien und zum Teil aktiven Blutungen erhielt die Patientin anfänglich täglich Thrombozytenkonzentrate. Hierunter zeigten sich die Werte nur mäßig stabil. Eine Therapie mit Capecitabine führte zu keiner Verbesserung der Thrombozytopoese. Im Sinne eines letzten Therapieversuchs begannen wir eine Systemtherapie mit 12 Zyklen pegyliertem liposomalen Doxorubicin (20 mg/m2 KOF) in einem 2-wöchigen Intervall.

Ergebnisse:

Unter laufender Therapie mit pegyliertem liposomalen Doxorubicin normalisierten sich die Thrombozyten bis auf 200 × 1E9/l. Zusätzlich konnte eine deutliche Verbesserung des Wohlbefindens erreicht werden. Auch die ausgedehnten Petechien waren regredient. Der Tumormarker CA 15 – 3 zeigte einen Abfall von 157 kU/l auf zuletzt 64 kU/l.