Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602474
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kontrastmittelverstärkte Dual Energy Mammografie (Senobright™) als Ersatz für eine Mamma-MRT bei Patientinnen mit Kontraindikationen gegen die MRT

V Hattermann
1  Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Klinik, Tübingen, Deutschland
,
V Richter
1  Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Klinik, Tübingen, Deutschland
,
S Bahrs
1  Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Klinik, Tübingen, Deutschland
,
H Preibsch
1  Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Klinik, Tübingen, Deutschland
,
M Hahn
2  Universitätsklinikum Tübingen, Frauenklinik, Tübingen, Deutschland
,
B Wiesinger
1  Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Klinik, Tübingen, Deutschland
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Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
09. Mai 2017 (online)

 

Fragestellung:

Demonstration von Durchführbarkeit, diagnostischer Güte und Nutzen der kontrastmittelverstärkten Dual Energy Mammografie (CESM) bei Patientinnen mit Kontraindikationen für eine Mamma-MRT.

Methodik:

Alle Patientinnen mit einer Indikation für eine Mamma-MRT zur weiteren Abklärung suspekter Befunde, aber Kontraindikationen gegen die MRT wie Kontrastmittelallergie, Platzangst, metallene Fremdkörper, erhielten zwischen 01/2012 und 10/2016 eine CESM. 105 Patientinnen mit 117 Läsionen wurden untersucht. Verglichen wurde die diagnostische Güte von Mammografie und CESM, in 77 Fällen wurde ein histopathologisches Präparat gewonnen und konnte zum Größenvergleich herangezogen werden. Weiters wurde die CESM in besonderen Fällen wie Verlaufskontrolle nach neoadjuvanter Therapie und zur Ergebniskontrolle nach Biopsien angewandt.

Ergebnis:

CESM charakterisiert die Dignität der untersuchten Läsionen besser als die Mammografie (r = 0,731 p < 0,0001 vs. r = 0,279, p = 0,006) und war auch bei der Größenbestimmung überlegen (r = 0,738 vs. r = 0,689, p < 0,0001); der negative prädiktive Faktor der CESM ist signifikant höher als der der Mammografie (85,71% vs. 30,77%, p < 0,0001).

In 8 Fällen wurde die CESM zur Kontrolle von Biopsien eingesetzt in diskonkordanten Fällen. Bei 2/8 Fällen konnte dabei gezeigt werden, dass die Biopsie nicht repräsentativ war und eine erneute Probengewinnung, mit dann malignem Ergebnis, wurde empfohlen.

Schlussfolgerung:

Die kontrastverstärkte Dual Energy Mammografie ist eine neue, vielversprechende Methode, welche als Ersatz für eine MRT eingesetzt werden kann. Durch die Gabe von Kontrastmittel können auch hier vaskularisierte Herde dargestellt werden und in ihrer Dignität besser beurteilt werden, eine Information, welche bisher der Mamma-MRT vorbehalten war.