Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602468
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Klassifizierung von Risikogruppen beim Lipofilling nach Mamma Karzinom. Besteht ein erhöhtes Risiko?

M Hagouan
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
O Thamm
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
B Munder
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
K Seidenstücker
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
S Fertsch
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
A Abu Ghazaleh
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
C Andree
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
,
J Schaberick
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Brustzentrum, Abteilung für Plastische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Lipofilling hat sich insbesondere in der Brustchirurgie zu einem etablierten Verfahren entwickelt.

Hierbei ist die fragliche Interaktion von Stammzellen mit potentiellen vorhanden Tumorzellen nach wie vor nicht endgültig dargestellt. Wir haben unser Patientengut nach Risikofaktoren eingeteilt, um nach einem eventuellen erhöhten Rezidivrisikos zu untersuchen.

Methodik:

Wir haben retroperspektiv 100 Lipofilling Prozeduren an 100 Patientinnen nach Brustkrebs in Bezug auf ein etwaig stattgefundenes Rezidiv mittels modifizierten Breast Q Bogen befragt und die Daten in Hinsicht auf verschiedene Faktoren mit 100 Mamma Karzinom Patientinnen ohne Lipofilling verglichen.

Im Zeitraum von 2009 bis 2013 sind insgesamt 195 Lipofilling Prozeduren an 143 Patientinnen durchgeführt worden. Bei allen Patientinnen wurde im Vorfeld eine Mastektomie mit einer anschließenden Brustrekonstruktion durch Eigengewebe (DIEP Lappen) durchgeführt.

Die Vergleichsfaktoren der Patientengruppen beziehen sich auf TNM Klassifikation des primär Tumors, auf durchgeführte Chemo und Radiatio, auf den Hormonrezeptorstatus, sowie Alter und Komorbidität der Patientinnen.

Bei den Risikogruppen wurde nach tumorspezifischen Faktoren und patientenspezifischen Faktoren unterschieden.

Ergebnis:

Von insgesamt 143 angeschriebenen Lipofilling Patientinnen konnten 100 Bögen ausgewertet werden. Entsprechend der Tumorklassifikation wurde eine Kontrollgruppe unserer DIEP Pantientinnen ohne Lipofilling ausgewertet. Bei beiden Gruppen kam es zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich eines aufgetretenen Rezidivs. Wobei dieses bei den Lipofillingpatientinnen bei 7 Ereignissen lag und in der Kontrollgruppe bei 11.

Schlussfolgerung:

Bei der tumorspezifischen Risikogruppe mit HER2 positiv oder Lymphknotenbefall oder hohes Grading ist ein erhöhtes Rezidivrisiko zu sehen. Eine enge Indikationsstellung sollte beim Lipofilling dringend beachtet werden. Insbesondere im Hinblick auf Sleeping Cancer Cells sind weitere Untersuchungen notwendig.