Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602465
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der vaskularisierte Lymphknotentransfer bei einer Patientin mit primären Lymphödem in der oberen Extremität mit kompletter Genesung nach 8 Jahren konservativer Behandlung

LM Grüter
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Plastische Chirurgie II, Düsseldorf, Deutschland
,
K Seidenstücker
1  Sana Kliniken Düsseldorf, Plastische Chirurgie II, Düsseldorf, Deutschland
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Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Einleitung:

Das primäre Lymphödem ist eine seltene Erkrankung das mit einer Schwellung einer Extremität einhergeht. Eine Folge der Lymphabflussstörung ist die Ablagerung von Proteinen im Interstitium. Es gibt eine Reihe von konservativen Behandlungsmöglichkeiten, die jedoch nur symptomatisch sind. Der freie vaskularisierte Lymphknotentransfer ist eine mikrochirurgische Technik, um den Defekt des lymphatischen Abstroms zu rekonstruieren. Dieser Fall zeigt eine Patientin mit primären Lymphödem am linken Arm und linken lateralen Thorax nach einem vaskulären Lymphknotentransfer mittels SCIP Lappen in die linke Axillar.

Methodik:

Vorgestellt wird eine 45-jährige Frau mit einem seit 2009 bestehendem primären Lymphödem Stadium 2 am linken Arm und linken lateralen Thorax. Präoperativ wurde ein Kompressionsmieder für den Thorax und den gesamten linken Arm mit Einschluss der Hand getragen. Die manuelle Lymphdrainage wurde dreimal wöchentlich über je 90 Minuten durchgeführt. Über die Zeit der konservativen Therapie war die Patientin arbeitsunfähig. Die Lymphknotentransplantation wurde im Juni 2015 durchgeführt.

Ergebnis:

Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung zeigte sich ein Umfangsrückgang um durchschnittlich 7 cm von 126% präoperativ auf 97% postoperativ im Vergleich zur gesunden Seite. Bei der Patientin musste keine Kompressionstherapie mehr durchgeführt werden. Ein postoperativ angefertigtes MRT zeigt die transplantierten Lymphknoten.

Schlussfolgerung:

Dieser Fall zeigt ein sehr gutes klinisches Ergebnis mit einer hohen Patientenzufriedenheit. Und einer signifikanten Reduktion des Armumfanges nach dem durchgeführten vaskularisierten Lymphknotentransfer. In der Literatur findet man Umfangsreduktionen von bis zu 30 Prozent. Unser Fallbeispiel zeigt eine Abnahme von 25,2 Prozent mit einem kompletten Rückgang der Beschwerden.