Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602459
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Reexpression von ERα und Derlin 3 in triple-negativen Brustkrebszellen

R Girgert
1  Universitätsmedizin Göttingen, Frauenklinik, Göttingen, Deutschland
,
M Linek
1  Universitätsmedizin Göttingen, Frauenklinik, Göttingen, Deutschland
,
G Emons
1  Universitätsmedizin Göttingen, Frauenklinik, Göttingen, Deutschland
,
C Gründker
1  Universitätsmedizin Göttingen, Frauenklinik, Göttingen, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Triple-negative Brusttumore (TNBC) exprimieren weder den Östrogenrezeptor ERα noch Progesteron-Rezeptoren und überexprimieren nicht Her-2. Für das Abschalten des ERα wird die Hypermethylierung des Genpromoters verantwortlich gemacht, das Gleiche wird für den Mangel an Derlin 3 angenommen. Derlin 3 ist ein Transportsystem im endoplasmatischen Retikulum, das u.a. den Glukosetransporter Glut1 dem Abbau durch das Proteasomsystem zuführt. Dies begünstigt den Warburg-Effekt, der auch in TNBC eine bedeutende Rolle spielt. Die Methylierung der Genpromotoren kann in bestimmtem Maße durch Inhibitoren der DNA-Methyltransferasen verhindert werden. Die Wirksamkeit des DNA-Methyltransferase-Inhibitors RG108 wurde mit der von Decitabine in triple-negativen Brustkrebszellen verglichen.

Methodik:

Die Zelllinien HCC1806 und MDA-MB-231 wurden 7 Tage und 14 Tage mit RG108 behandelt. Die DNA der behandelten Zellen wurde mit Natriumbisulfit behandelt und die Methylierung des ERα-Promoters durch methylierungsspezifische PCR untersucht. Die Expression von ERα wurde durch RT-PCR und auf Western-Blots quantifiziert.

Ergebnis:

Die DNA-Methylierung des Promotors von ERα nahm durch die Behandlung mit RG108 konzentrations- und zeitabhängig ab. In den HCC1806 Zellen nahm die Promoter-Methylierung nach 14 Tagen Behandlung mit 50µM RG108 um 44% ab. In den MDA-MB-231 Zellen wurde die Methylierung des ERα-Promoters nur um 14% reduziert. Die Expression von ERα nahm in HCC1806-Zellen mit RG108 maximal auf den 6-fachen Wert der unbehandelten Kontrolle zu.

Die Untersuchungen zu DERL3 gestalten sich etwas schwieriger als bei ERα, da zu DERL3 leider sehr viele Sequenzhomologien zu anderen Transmembranproteinen bestehen.

Schlussfolgerung:

Die Behandlungsdauer und Inhibitorkonzentration muss weiter optimiert werden, um eine ausreichende Expression ERα in den triple-negativen Brustkrebszellen zu erreichen.