Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602436
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Krebsstadium bei Erstdiagnose von Brustkrebspatientinnen – eine 10-Jahres-Analyse von 2006 bis 2015

L Boxheimer
1  Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Universität zu Köln, Köln, Deutschland
,
H Pfaff
1  Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Universität zu Köln, Köln, Deutschland
,
S Groß
1  Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), Universität zu Köln, Köln, Deutschland
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Zielsetzung:

Patientenbefragungen sind ein etabliertes Instrument zur Qualitätssicherung in Versorgungseinrichtungen. Seit 2006 befragt das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln jährlich Patientinnen und Patienten mit primärem Mammakarzinom, die zwischen Februar und Juli jeden Jahres in einem von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifizierten nordrhein-westfälischen Brustzentrum operiert worden sind, mit dem Kölner Patientenfragebogen für Brustkrebs (KPF-BK 2.0). Die Befragung wird seit 2006 durchgeführt und umfasst Daten von nahezu 40.000 Patientinnen aus etwa 90 Krankenhäusern (Rücklaufquote zwischen 86 und 89%).

Methodik:

Zur Generierung des Datensatzes wurde zunächst ein Pooling der Patientendaten der Jahre 2006 – 2015 mit dem Statistik-Programm SPSS Version 23.0 durchgeführt. In deskriptiven und multinominal logistischen Regressionen wurden Zusammenhänge zwischen dem UICC-Stadium und soziodemographischen Angaben überprüft. Das Berechnung des UICC-Stadiums (Union Internationale Contre le Cancer) basiert auf medizinischen Angaben hinsichtlich Tumorgröße, Lymphknotenbefall und Metastasierung, die vom klinischen Personal der Brustzentren angegeben werden.

Ergebnisse:

Seit Einführung des Mammografie-Screening-Programmes hat die Wahrscheinlichkeit für ein niedriges UICC-Stadium bei Diagnosestellung zugenommen. Dies gilt besonders in der Alterskohorte der 50 bis 69-Jährigen (Screening-Programm-Alter). Darüber hinaus zeigen unsere Daten einen Zusammenhang zwischen Bildung und UICC-Stadium: Je höher das Bildungsniveau, desto höher die Wahrscheinlichkeit für ein niedriges UICC-Stadium.

Zusammenfassung:

Diese Analyse möchte die Entwicklung des UICC-Stadiums bei Diagnosestellung eines Mamma-Karzinoms seit Einführung des Mammografie-Screening-Programms untersuchen. Weiterhin sollen soziodemographische Einflussfaktoren überprüft werden. Es wird deutlich, dass das Ziel des Screening-Programms, die Diagnose auf ein möglichst frühes, prognostisch günstiges Stadium vorzuverlegen, mehrheitlich erreicht wird. Allerdings besteht Handlungsbedarf, auch Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau mit dem Screening-Programm zu erreichen.