Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602435
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fallzahlenrecherche (2008 – 2015) und Budgetimpactaanalyse der INTRAOPERATIVEN Strahlentherapie (IORT) im GKV-System bei Brustkrebspatientinnen im Frühstadium

B Both
1  Carl Zeiss Meditec AG, Radiotherapie, Oberkochen, Deutschland
2  Universität Witten-Herdecke, Medizintheorie, Witten, Deutschland
,
A Vaidya
3  School of Public Health, University of Alberta, Edmonton, Kanada
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Fragestellung:

Um die Entwicklungen im Entgeltsystem sowie das Abrechnungsverhalten der medizinischen Institutionen zu beleuchten, die finanziellen Auswirkungen für das Gesundheitswesen beim Einsatz der IORT der Brustkrebsbehandlung zu bewerten und damit Kostenträger zu informieren wurde eine Fallzahlenanalyse nach OP-Schlüsseln und eine Budgetimpactanalyse (als definitive Dosis oder als Boost) durchgeführt.

Methodik:

Grundlage der Analyse bildete die fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für die Jahre 2008 bis 2015. Für die Fallzahlenanalyse wurden die 2008 – 2012 genutzten OPS-Schlüssel herangezogen, ab 2013 der spezifische OPS 8 – 52.d (IORT mit Röntgenstrahlung). Für das inzidenzbasierte Budgetimpactmodell wurden in MS Excel mittels epidemiologischen Daten mögliche Kosteneinsparungen ermittelt.

Ergebnis:

Die Einführung des OP-Schlüssels 8 – 52.d zeigte im Jahr 2013 relevante Veränderungen im Kodierverhalten. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den OP-Schlüsseln 8 – 523.6, 8 – 521.0 und 8 – 521.y, mit einem Rückgang von 1.002 Fällen. Der OP-Schlüssel 8 – 52.d wurde im Jahr 2013 – 15 1.341, 1.282 und 1.125 mal angewandt. Somit hat eine Verschiebung von 960 Fällen zu Gunsten des OPS 8 – 52.d im Jahr 2013 stattgefunden. Würde die IORT bei statistischen 46.000 Fällen jährlich flächendeckend eingeführt werden, könnten gemäß der Budgetimpactanalyse 241 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren gespart werden.

Schlussfolgerung:

Eine Kodierung nach dem spezifischen OP-Schlüssel 8 – 52.d ist für eine einheitliche Abrechnungspraxis zu empfehlen und begünstigt die Argumentation gegenüber den Kostenträgern. IORT ist eine kostensparende Behandlungsstrategie für Brustkrebspatienten im frühen Stadium. Die Auswirkungen der IORT-Therapieentscheidung gehen über diese statistischen und Modell-Ergebnisse hinaus, da die Patientinnen die Behandlung wegen verbesserter Lebensqualität präferieren und Kosten für die Gesundheitsversorgung reduziert werden können.