Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2017; 14(02): A1-A53
DOI: 10.1055/s-0037-1602429
Abstracts
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Low-grade adenosquamöses Karzinom (LGASC) der Brust: Eine Kasuistik mit Literatur-Review

Z Alwafai
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universität Greifswald, Greifswald, Deutschland
,
T Decker
2  Institut für klinische Pathologie, Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, Neubrandenburg, Deutschland
,
S Möller
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universität Greifswald, Greifswald, Deutschland
,
M Zygmunt
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universität Greifswald, Greifswald, Deutschland
,
R Ohlinger
1  Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universität Greifswald, Greifswald, Deutschland
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (online)

 

Zielsetzung:

Das Low-grade adenosquamöse Karzinom (LGASC) der Brust gehört zu den metaplastischen Mammakarzinomen und ist mit einer Häufigkeit von < 1% aller Mammakarzinome sehr selten. Seit der Erstbeschreibung von Konjentzny (1912) und dem ersten modernen Review mit Bezeichnung als LGASC von Rosen und Ernsberger (1987) finden sich 19 Publikationen mit insgesamt 124 beschriebenen Fällen. Diagnostik und therapeutisches Management des LGASC sollen anhand einer Kasuistik und des Literatur-Reviews diskutiert werden.

Fallbeschreibung:

56-jährige Patientin mit positiver Familienanamnese (Schwester im 28. Lebensjahr an einem Mammakarzinom erkrankt), Erstdiagnose durch eine Screening-Mammografie. Abklärungsmammo- und -sonografie ergaben Kategorie 5, cT1 cN0. Die Histologie der sonographisch gestützen Stanzbiopsie zeigte ein gut differenziertes triple negatives Mammakarzinom (NST) mit einem Ki-67 von 10%. Durch konsiliarische Mitbeurteilung konnte ein gut differenziertes triple negativen LGASC gesichert werden. Es erfolgte die brusterhaltende Therapie nach mammographischer Drahtmarkierung des 7 mm großen Tumors. Auf eine SLNB wurde verzichtet. Die Empfehlung der interdisziplinären Brustkonferenz lautete onkologische Nachsorge entsprechend der AGO-Leitlinien.

Zusammenfassung:

Angesichts der Seltenheit des LGASC und damit der Mangel an Erfahrung, ist die Diagnosestellung schwierig, insbesondere im Rahmen einer Stanz- oder Vakuumbiopsie. Therapeutisch zwingend ist die R0-Resektion aufgrund des hohen Risikos für ein Lokalrezidiv und der fehlenden Strahlensensibilität. Im Gegensatz zu den aggressiven triple negativen Mammakarzinomen, weist das LGASC ein niedriges metastatisches Potential auf. Lymphknoten- und Fernmetastasen sind extreme Ausnahmen. Eine SLNB ist nicht notwendig und eine postoperative Chemotherapie ist nicht indiziert bei insgesamt sehr guter Prognose des LGASC.