Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2015; 12 - A139
DOI: 10.1055/s-0035-1550581

TREAT CTC – Ein innovativer Ansatz zur Therapie von zirkulierenden Tumorzellen (CTCs) beim frühen Mammakarzinom

E Trapp 1, B Rack 2, C Messina 3, V Müller 4, T Fehm 5, W Janni 6, A Schramm 6, C Löhberg 7, P Wimberger 8, C Uleer 9, O Brudler 10, C Sotiriou 11, J Pierga 12, M Piccart 11, M Ignatiadis 12
  • 1Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität München – Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Campus Innenstadt, München, Deutschland
  • 2Klinikum der Ludwig-Maximilian-Universität München – Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, München, Deutschland
  • 3European Organization for Research and Treatment of Cancer (Eortc) Headquarters, Brüssel, Belgien
  • 4Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Gynäkologie, Hamburg, Deutschland
  • 5Universitätsfrauenklinik Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • 6Universitätsfrauenklinik Ulm, Ulm, Deutschland
  • 7Universitätsklinikum Erlangen, Frauenklinik, Erlangen, Deutschland
  • 8Universitätsklinik Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dresden, Deutschland
  • 9Gemeinschaftspraxis Dr. Med. Christoph Uleer und Dr. Med. Jasmin Pourfard, Hildesheim, Deutschland
  • 10Gemeinschaftspraxis Dr. Med. Olaf Brudler, Dr. Med. Bernhard Heinrich & Prof. Dr. Med. Markus Bangerter, Augsburg, Deutschland
  • 11Oncologie Médicale, Institut Jules Bordet, Université Libre de Bruxelles, Brüssel, Belgien
  • 12Oncologie Médicale, Institut Curie, Paris, France

Zielsetzung:

Nachweisbare zirkulierende Tumorzellen (CTC) im peripheren Blut bedingen eine ungünstigere Prognose beim frühen und metastasierten Mammakarzinom. Daher könnten Patienten mit persistierenden CTCs nach (neo-)adjuvanter Chemotherapie von zusätzlicher Systemtherapie profitieren(Rack 2014).

Neue Daten stützen die Hypothese, dass Trastuzumab Tumorzellen durch antibody-dependent cell-mediated cytotoxicity (ADCC) bekämpfen kann und der therapeutische Benefit mit einer Wirkung auf Tumorstammzellen zusammenhängt (Ithimakin 2013). Trastuzumab konnte CTCs unabhängig von ihrem HER2-Status sowie dem des Primärtumors eliminieren und die Rezidivrate verringern (Georgoulias 2012).

Studiendesign:

TREAT CTC ist eine europäische randomisierte Phase-II-Studie unter der Sponsorschaft der EORTC und der Schirmherrschaft der BIG. Sie soll die Effektivität von Trastuzumab bei der Elimination von CTCs nach (neo-) adjuvanter Chemotherapie und Operation beim HER2-negativen frühen Mammakarzinom untersuchen.

Eingeschlossene Patienten werden zu entweder 6 Zyklen Trastuzumab oder Beobachtung randomisiert. Es sollen an europaweit 100 Zentren geschätzte 2175 Patienten gescreent werden, um 174 Studienteilnehmer randomisieren zu können.

Haupteinschlusskriterien:

  • Adäquat operativ entferntes HER2-negatives frühes Mammakarzinom

  • Nachweis von CTCs nach (neo-)adjuvanter Chemotherapie mittels CellSearch®

  • Abgeschlossene adjuvante Chemotherapie bei Lymph-knotenmetastasierung oder neoadjuvante Chemotherapie mit invasiven Tumorresiduen in Mamma oder Lymphknoten

  • Das Zeitfenster für ein Screening in TREAT CTC umfasst mindestens 3 Wochen nach bis maximal 24 Wochen nach abgeschlossener adjuvanter Chemotherapie bzw. Operation im neoadjuvanten Setting.

Zusammenfassung:

Basierend auf der prognostischen Relevanz von CTCs beim Mammakarzinom ist TREAT CTC die erste randomisierte Multizenter-Studie, die den Nachweis von CTCs zur Entscheidungsfindung bei der Therapie des frühen Mammakarzinoms nutzt. Die Ergebnisse dieser Studie werden dazu beitragen, den klinischen Nutzen von CTCs in diesem Setting zu evaluieren.