Pädiatrie up2date 2015; 10(01): 63-81
DOI: 10.1055/s-0034-1391278
Infektionskrankheiten
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Tuberkulose beim Kind

Rupert Schlags
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
02. März 2015 (online)

Fazit

Obwohl insgesamt selten, sollte vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen im Kindesalter in den letzten Jahren die Tuberkulose weiterhin differenzialdiagnostisch bedacht und insbesondere Verdachtsfälle und Kontaktpersonen sorgfältig abgeklärt werden. Dazu stehen der Tuberkulin-Hauttest und Interferon-Gamma-Release-Assay, Bildgebung wie Röntgen-Thorax sowie verschiedene Möglichkeiten des Keimnachweises zur Verfügung, die altersabhängig unterschiedliche Wertigkeiten in der Diagnostik haben.

Auch bei fehlendem Nachweis einer Infektion ist bei Kindern unter 5 Jahren eine prophylaktische Therapie nach Kontakt indiziert, bei älteren Kindern sollte diese Therapie je nach Risikoprofil erfolgen. Auch eine latente TBC stellt eine Behandlungsindikation dar.

Die Therapie einer aktiven Tuberkulose erfolgt in der Regel zwischen 6 und 9 Monaten und sollte mit mindestens 3 bzw. 4 Medikamenten in der meist 2 Monate dauernden Initialtherapie durchgeführt werden, an die sich eine mehrmonatige Kontinuitätsphase mit meist 2 Wirkstoffen anschließt. Die Therapieüberwachung sollte in enger Zusammenarbeit mit einem in der Behandlung von Tuberkulose erfahrenen pädiatrischen Pneumologen erfolgen. Fälle von resistenter TBC sind selten, stellen dann aber eine ungleich höhere Herausforderung dar. Die resistente TBC sollte daher nur in spezialisierten Zentren behandelt werden.