Krankenhaushygiene up2date 2014; 09(04): 281-300
DOI: 10.1055/s-0034-1391270
Nosokomiale Infektionen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Übertragung nosokomialer Infektionen und Prinzipien der Transmissionsprävention

Roland Schulze-Röbbecke
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Publication Date:
08 January 2015 (online)

Kernaussagen
  • Infektionskrankheiten werden auf verschiedenen Wegen übertragen und der Übertragungsweg entscheidet über die Wahl der wirksamen Schutzmaßnahmen.

  • Allgemein lassen sich direkte und indirekte Übertragungswege unterscheiden.

  • Nosokomiale Infektionen werden überwiegend von Mensch zu Mensch übertragen; wesentliche Übertragungswege sind die direkte und indirekte Kontaktübertragung, die Tröpfchenübertragung und die aerogene Übertragung.

  • Die Tröpfchenübertragung ist eine Form der direkten Kontaktübertragung und unterscheidet sich sowohl bezüglich des Übertragungsmechanismus als auch bezüglich der effektiven Präventionsmaßnahmen grundlegend von der aerogenen Übertragung.

  • Durch konsequente Umsetzung der Standard Precautions (= Standard- oder Basishygiene) lassen sich in der Praxis viele Fälle der Kontakt- und Tröpfchenübertragung vermeiden. Die aerogene Übertragung erfordert dagegen meist spezielle Präventionsmaßnahmen unter Verwendung schwebstofffiltrierender Atemschutzmasken und spezieller Raumlufttechnik.

  • Bei Auftreten leicht übertragbarer, klinisch und epidemiologisch relevanter Infektionskrankheiten, besonders aber in Ausbruchssituationen, sind übertragungsspezifische Isolierungsmaßnahmen indiziert, die nach dem jeweiligen Übertragungsweg als Kontaktisolierung, Tröpfchenisolierung oder aerogene Infektionsisolierung bezeichnet werden.

  • Unkenntnisse über die spezifischen Übertragungswege der verschiedenen Infektionskrankheiten können nicht nur zu Ressourcenverschwendung führen, sondern auch zur Gefährdung von Patienten, medizinischem Personal und der Öffentlichkeit.