Radiologie up2date 2014; 14(04): 285-287
DOI: 10.1055/s-0034-1390736
Der besondere Fall
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pseudarthrosenbildung nach Insuffizienzfrakturen beider Schenkelhälse bei einem Patienten mit hereditärer hypophosphatämischer Rachitis

P. Hiddemann
,
J. Anthonissen
,
K.-F. Kreitner
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Publication History

Publication Date:
01 December 2014 (online)

Fallvorstellung

Ein aktuell 25-jähriger Mann mit seit der Kindheit bekannter hereditärer hypophosphatämischer Rachitis hatte sich vor 4 Jahren erstmals vorgestellt. Damals hatte er eine Vorbehandlung mit Kaliumphosphat und Kalzitriol angegeben und, dass im Alter von 5 und 6 Jahren beidseitige, krankheitstypische Crura vara jeweils mittels Fibulaschaft- und Tibiaschaftosteotomien und Ilizarov-Fixateuren behandelt worden seien. Die zum Zeitpunkt dieser Erstvorstellung aktuellen Beschwerden waren Schmerzen in beiden Kniegelenken, rechts mehr als links, die besonders beim Anlaufen aufgetreten waren und in beide Oberschenkel ausgestrahlt hatten. Es waren daraufhin Aufnahmen beider unterer Extremitäten sowie Seitaufnahmen beider Unterschenkel angefertigt worden (Abb. [1]). Zu diesem Zeitpunkt vorliegende, auswärts angefertigte MR-Aufnahmen beider Kniegelenke hatten keinen richtungsweisenden Befund gezeigt. Damals war mit dem Patienten ein primär konservatives Vorgehen besprochen worden.
Aktuell stellte sich der Patient erneut vor, da die Schmerzen seit 4 Jahren persistierten und nun seit einigen Monaten zusätzlich in beide Leisten und Iliosakralgelenke ausstrahlten. Ein Trauma wurde nicht angegeben. Auf gezieltes Befragen gab der Patient an, die Medikation in den letzten 6 Monaten nur unregelmäßig eingenommen zu haben. Aufgrund der aktuellen Beschwerden wurden eine Beckenübersichtsaufnahme, Axialaufnahmen beider Hüftgelenke (Abb. [2]) und eine MRT des Beckens (Abb. [3]) durchgeführt.