Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2014; 49(9): 556-559
DOI: 10.1055/s-0034-1390060
Fachwissen
Notfallmedizin Topthema: Innerklinisches Traumamanagement
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Innerklinisches Traumamanagement – Schockraumversorgung von Patienten nach Strahlenunfällen

In-hospitaltraumamanagement – Radiation emergency and multiple trauma – Principals of treatment in the emergency room
Thomas Wurmb
,
Christian A Kühne
,
Rita Schneider
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Publication History

Publication Date:
19 September 2014 (online)

Zusammenfassung

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu akzidentellen Strahlenexpositionen mit teils erheblichen gesundheitlichen Konsequenzen. Bei der Erstversorgung von Patienten aus Unfällen mit Strahlenexposition sind einige wichtige Grundprinzipien zu beachten. Nachdem Patienten aus dem Gefahrenbereich gerettet worden sind, besteht Eigengefährdung nur bei kontaminierten Patienten. Hier gewährt eine adäquate Schutzausrüstung den Eigenschutz. Bei einer rein externen Strahlenexposition der Patienten besteht keine Gefahr für das medizinische Personal. Die Behandlung von Begleitverletzungen hat Vorrang und erfolgt nach den üblichen Prioritäten. Regionale Strahlenschutzzentren sollten frühzeitig in die Behandlung involviert werden.

Abstract

Exposure to ionizing radiation combined with multiple trauma is a very rare but severe event. There are some important basic principles for the early inpatient management. An externally exposed patient poses no risk to the treatment team. Injuries require treatment in order of priority as known for example by ATLS®. Against external contamination, the treatment team is adequately protected by wearing protective clothing and gloves in conformity with universal medical precautions. Treatment of life threatening injuries takes priority over decontamination. Specialized treatment centres should be involved early on in patient treatment.

Kernaussagen

  • Bei Strahlenunfällen kann es zu Exposition, externer Kontamination oder Inkorporation kommen. Besteht darüber hinaus ein anderweitiges thermisches, chemisches oder mechanisches Trauma, spricht man von Kombinationsverletzungen.

  • Nach Strahlenunfällen mit Begleitverletzungen sind lebensbedrohende konventionelle Verletzungen in der Regel vorrangig zu behandeln.

  • Werden extern exponierte Patienten versorgt, besteht für das Behandlungsteam keine Gefahr. Bei Kontamination ermöglicht die persönliche Schutzausrüstung ein sicheres Arbeiten.

  • Während der Dekontamination ist eine sekundäre Kontamination von Wunden und nicht betroffenen Körperregionen unbedingt zu vermeiden.

  • Unterstützung bei Strahlenunfällen bieten Regionale Strahlenschutzzentren (RSZ) und das Radiation Emergency Medical Preparedness and Assistance Network (REMPAN).

Ergänzendes Material