Z Gastroenterol 2014; 52 - FV38
DOI: 10.1055/s-0034-1386012

STeP: „Students Teaching Patients“ – Projekt zur Verbesserung der Patientenaufklärung und studentischen Vorbereitung auf diese Aufgabe in der Viszeralchirurgie

C Chiapponi 1, F Meyer 1, O Jannasch 1, S Arndt 1, P Stübs 1, CJ Bruns 1
  • 1Uniklinik Magdeburg, Magdeburg, Germany

Die Studienlage zeigt, dass Patienten häufig Aufklärungsbögen unterschreiben, ohne deren Inhalt detailliert in jedem Fall verstanden zu haben.

Methoden: Im Rahmen einer neuen Unterrichtseinheit wurde prospektiv als Pilotstudie untersucht, ob ein zusätzliches Gespräch kurz vor dem Eingriff zu einem besseren Verständnis seitens der Patienten führen kann. Dieses wird von Studenten geführt, um sie für den Sinn der Aufklärung zu sensibilisieren und frühzeitig zu trainieren. Die Studie wurde am Universitätsklinikum Magdeburg initiiert. 4 Studenten befragten 20 Patienten mithilfe eines strukturierten Bogens, der speziell zu diesem Zweck von den 3 aufklärenden Chirurgen vorbereitet worden war. Er enthält die wichtigsten Komplikationen (z.B. Verletzung des Gallengangs) bei vier unterschiedlichen, eher häufigeren Eingriffen des allgemeinchirurgischen Profils (z.B. Cholezystektomie). Alle Patienten waren von den 3 gleichen Chirurgen 1 – 3 d zuvor aufgeklärt worden und hatten im Rahmen der Frühvisite angegeben, sich ausreichend aufgeklärt zu fühlen und keine weiteren Fragen zu haben (n = 20/20).

Ergebnisse: 10% (2/20) der Patienten waren nicht in der Lage, das richtige Körperteil genau anzuzeigen, wo der Operationsschnitt angesetzt werden sollte. 15% (3/20) konnten keine einzelne mögliche Folge (z.B. medikamentöse Schilddrüsenhormonsubstitution) des Eingriffs benennen. Nur 30% (6/20) konnten mehr als 2 Komplikationen aufzählen, für 35% (7/20) war es hingegen nicht möglich, auch nur eine Komplikation zu benennen. 80% (16/20) der Patienten und 100% (4/4) der Studenten empfanden diese Übung als sehr hilfreich und würden eine standardmäßige Einführung im klinischen Alltag begrüßen.

Schlussfolgerung: Diese Studie ist ein einfaches und kostengünstiges Instrument, um die chirurgische Aufklärung der Patienten zu verbessern und die Studenten besser auf diese Aufgabe vorzubereiten. Das laufende „STeP“ soll in der berichtenden Klinik mit einer größeren Patientenzahl (n = 100 bis IX/2014) durchgeführt werden. Es soll gleichzeitig anhand des STAIs („state trait anxiety inventory“) untersucht werden, ob die Angst der Patienten reduziert werden kann. Zudem soll mithilfe des SPFs („Saarbrücker Persönlichkeitsfragebogen“) herausgefunden werden, ob die Empathie der Studenten gefördert wird.

Freie Vorträge – unsere Besten

Donnerstag, 18. September 2014/17:00 – 18:30/Saal 2