Handchir Mikrochir plast Chir 2014; 46(04): 234-241
DOI: 10.1055/s-0034-1381996
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mikrochirurgische Ausbildung in Deutschland – Ergebnisse einer Umfrage unter Weiterbildungsassistenten und Weiterbildern

Microsurgical Training in Germany – Results of a Survey among Trainers and Trainees
J. Kolbenschlag
1  Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren, BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum
,
B. Gehl
2  Sektion für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensivstation für Schwerbrandverletzte Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
,
A. Daigeler
1  Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren, BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum
,
T. Kremer
3  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Plastische Chirurgie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
,
C. Hirche
3  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Plastische Chirurgie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
,
P. M. Vogt
4  Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte Medizinische Hochschule Hannover
,
R. Horch
5  Plastisch- und Handchirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen
,
M. Lehnhardt
1  Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren, BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum
,
U. Kneser
3  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Plastische Chirurgie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Publication History

eingereicht 06 February 2014

akzeptiert 15 May 2014

Publication Date:
27 August 2014 (online)

Zusammenfassung

Die rekonstruktive Mikrochirurgie stellt einen essentiellen Bestandteil der Plastischen Chirurgie dar. Um den hohen technischen Anforderungen der heutigen Verfahren gewachsen zu sein bedarf es einer strukturierten mikrochirurgischen Weiterbildung. Strukturierte Curricula zur fundierten Vermittlung dieser Fähigkeiten sind jedoch bisher in Deutschland nicht flächendeckend etabliert. Ziel dieser Umfrage war es daher, die Vorstellungen und Wünsche von Weiterbildungsassistenten und Weiterbildern bezüglich einer optimalen mikrochirurgischen Ausbildung zu erheben. Hier zeigte sich, dass die Erwartungen beider Seiten an ein solches Curriculum sehr nahe bei einander lagen. Dagegen wurden auch Faktoren identifiziert werden, die dessen praktische Umsetzung erschweren, allen voran der zunehmende ökonomische Druck. Basierend auf den erhobenen Daten könnte von Vertretern der Weiterbilder und der Weiterbildungsassistenten aus mikrochirurgisch aktiven Abteilungen unter Einbeziehung nationaler Fachgesellschaften ein „Curriculum Mikrochirurgie“ erstellt werden, das die Mindestanforderungen an eine strukturierte Mikrochirurgische Ausbildung klar definiert. Die praktische Umsetzung eines solchen Curriculums wird jedoch nicht ohne signifikanten Einsatz von Ressourcen zu erreichen sein. Dieser Aufwand erscheint vor dem Hintergrund der kontinuierlichen technischen Innovation, der gesteigerten Patientenansprüche und der aufgrund der regulierten Wochenarbeitszeit limitierten Weiterbildungszeit unbedingt gerechtfertigt.

Abstract

Reconstructive microsurgery is an essential part of plastic surgery. To live up to the high technical demands of today’s sophisticated techniques, a structured microsurgical training is required. However, such curricula are rare in Germany. We therefore evaluated the concepts and requests of trainers as well as trainees regarding an optimal microsurgical training. We found that the demands of both sides to be fairly similar. How­ever, there were factors potentially hindering the implementation of such curricula, foremost the increasing economic pressure. Based on our find­ings, representatives of microsurgical trainers and trainees, together with national societies might be able to establish a national curriculum for microsurgical training. The clinical implementation of such a structured train­ing will require significant personal resources. However, this expenditure seems to be justified by the increasing complexity of techniques, the rising demand of patients and the limited time for ­surgical training.