Pneumologie 2014; 68(09): 591-593
DOI: 10.1055/s-0034-1377329
Positionspapier
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Position zur Langzeit-Sauerstofftherapie

Statement to Long Term Oxygen Therapy
H. Magnussen
1  Pneumologisches Forschungsinstitut an der LungenClinic Grosshansdorf
,
R. W. Hauck
2  LungenZentrum SüdOst, Kreisklinik Bad Reichenhall
,
H. Worth
3  Klinikum Fürth, Medizinische Klinik I
,
F. J. F. Herth
4  Thoraxklinik und Translational Lung Research Center Heidelberg, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Universitätsklinik Heidelberg
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Publication History

Publication Date:
21 July 2014 (online)

Einleitung

Die Erstfassung der Leitlinie zu Langzeit-Sauerstofftherapie wurde 2001 [1] entsprechend der methodischen Empfehlungen zur Bearbeitung von Leitlinien der Diagnostik und Therapie der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaft (AWMF) erstellt. Die Aktualisierung der Leitlinie erfolgte 2008 [2] auf der Grundlage einer Konsensuskonferenz 2007.

Im Januar 2009 wurde eine Studie zur Langzeitsauerstofftherapie (Effectiveness of Long-term Oxygen Therapy in Treating People With Chronic Obstructive Pulmonary Disease, LOTT) mit insgesamt 737 Patienten in den Vereinigten Staaten begonnen [3]. Bis zum Dezember 2015 wird die Studie voraussichtlich abgeschlossen sein. Zu den Einschlusskriterien gehören eine COPD mit einer FEV1 < 70 % des Sollwertes und einer O2-Sättigung zwischen 89 % und 93 % in Ruhe oder einer Belastungshypoxie mit Abfall der O2-Sättigung unter 90 % über mehr als 10 Sekunden im 6-Minuten-Gehtest. Patienten werden dann entweder in einen Arm mit oder ohne Sauerstoffversorgung randomisiert. Im zweiten Arm der Studie werden die Patienten zunächst nicht mit Sauerstoff behandelt, sondern erhalten diese Therapie erst, wenn sie eine schwere Ruhehypoxämie entwickelt haben.

Die Patienten werden mindestens ein und höchstens sieben Jahre in der Studie betreut. Der primäre Studienendpunkt ist die Zeit bis zum Tod oder bis zu einer Krankenhauseinweisung mit einer Nachbeobachtung von bis zu sieben Jahren. Sekundäre Endpunkte sind Lebensqualität, krankheitsspezifische Lebensqualität, Überleben, Ernährungsstatus, Schlafqualität, 6-Minuten-Gehstrecke, Exazerbationen und Kosten (ClinicalTrials.gov Identifier: NCT00692198).

Diese Studie bildet einen Meilenstein in der Erforschung therapeutischer Methoden der Langzeitsauerstofftherapie und kann die Versorgungsempfehlungen bzgl. einer Langzeitsauerstofftherapie grundlegend verändern. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hat sich daher entschlossen, die Bearbeitung der S2-Leitlinie zu diesem Thema bis zum Erscheinen dieser Daten zu prolongieren.