Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2014; 11 - A145
DOI: 10.1055/s-0034-1375504

Brustrekonstruktion mittels latissimus-dorsi-Flap bei Mammakarzinompatientinnen: Auswirkungen auf das Körperbild und die sexuelle Zufriedenheit

U Wein 1, F Siedentopf 2, D Grundmann 3, W Schoenegg 4
  • 1Frauenklinik, Vivantes Klinikum Hellersdorf, Berlin, Deutschland
  • 2Brustzentrum, Martin-Luther-Krankenhaus, Frauenklinik, Berlin, Deutschland
  • 3Charite Berlin, Institut für Sexualwissenschaften und Sexualmedizin, Berlin, Deutschland
  • 4Brustzentrum, Martin-Luther-Krankenhaus, Berlin, Deutschland

In der vorliegenden Studie soll der Einfluss der Brustrekonstruktion auf physische und psychische Parameter, das Körperbild, sowie die Auswirkungen auf die partnerschaftliche und sexuelle Zufriedenheit untersucht werden.

85 Patientinnen, die von 1995 bis 2012 eine Brustrekonstruktion mittels latissimus-dorsi-Flap erhalten haben, wurden erfasst. Neben medizinischen und soziodemographischen Basisdaten wurden der EORTC QLQ-BR23, sowie ein Fragebogen zur Beurteilung des eigenen Körpers (FBeK) und zu Ressourcen in Sexualität und Partnerschaft (RSP) erhoben.

Der Fragebogenrücklauf betrug 87%. Das mittlere Alter der Teilnehmerinnen lag bei 52,6 Jahre (Median 51, Range 25 – 74). 77% der Patientinnen lebten in einer festen Partnerschaft, 55,4% erlangten die Hochschulreife und 58,1% sind berufstätig. Ca. die Hälfte bis 2/3 der Patientinnen berichten im EORTC, dass sie in der letzten Woche keine Probleme mit ihrer Körperlichkeit hatten. Fast 60% berichten, dass ihr sexuelles Interesse in den letzten 4 Wochen mittelmäßig bis ausgeprägt war. Über 80% waren in diesem Zeitraum auch sexuell aktiv. Gruppenvergleichende Analysen mit parametrischen und non-parametrischen Verfahren sollen Aufschluss darüber geben, inwieweit soziodemographische und klinische Variablen einen Einfluss auf Ergebniswerte hinsichtlich Körperbild und partnerschaftlicher Zufriedenheit von Patientinnen mit Brustrekonstruktion haben.

Die Ergebnisse der Studie geben Einblick in psychologische und individuelle Aspekte von Sexualität und Weiblichkeit bei Frauen nach Brustrekonstruktion. Beratungs- und Nachsorgekonzepte bei betroffenen Frauen und ihren Partnern sollten die Ergebnisse berücksichtigen und neben medizinischen Aspekten auch psychosoziale Aspekte von Lebensqualität und Wohlbefinden beinhalten.