Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2014; 11 - A113
DOI: 10.1055/s-0034-1375472

Operative Therapie der Gynäkomastie I. und II. Grades: Die Kombination aus Liposuktion und subkutaner Mastektomie zeigt exzellente Ergebnisse

L Schröder 1
  • 1Universitätsklinikum Bonn, Frauenklinik, Bonn, Deutschland

Einleitung: Die Gynäkomastia vera (GM) ist eine benigne Proliferation des männlichen Brustdrüsengewebes. Im Allgemeinen wird die GM in vier Grade von zunehmender Schwere eingestuft. Bei schlanken Männern ist die Hypertrophie des Drüsengewebes und die Zunahme des Areoladurchmessers die häufigste Form (Simon Grad I und II). Wir beschreiben eine Fallserie von Patienten mit GM I. und II. Grades mit der zugehörigen Diagnostik und Therapie.

Patienten und Methoden: Von 2005 – 2012 wurden 53 Patienten mit Gynäkomastie behandelt. Das präoperative Assessment beinhaltet die körperliche Untersuchung, die ausführliche Anamnese, die Erhebung des endokrinen Status, die urologische Untersuchung und den Ausschluss anderer Pathologien als Ursache für die GM. Die OP-Technik war stets eine Kombination aus Liposuktion über eine Inzision in der Inframammärfalte und eine Entfernung des Brustdrüsenkörpers über einen periareolären Zugang.

Ergebnisse: Im Durchschnitt wurden bei jeder Brust 300 ml (range: 10 – 1000 ml) Gewebe abgesaugt und 25,1 g (range: 3 – 233 g) des Drüsenkörpers reseziert. Die OP-Dauer betrug 25 – 164 Minuten (Durchschnitt 72 min). Häufigste Komplikation war mit 3,8% die Nachblutung. 2 Patienten wurden aus kosmetischen Gründen im Verlauf erneut operiert (hier: reine Liposuktion; 3,8%).

Schlussfolgerung: Unsere retrospektive Analyse zeigt, dass die Behandlung der Gynäkomastie Grad I-II durch Liposuktion kombiniert mit der subkutanen Mastektomie erfolgreich durchgeführt werden kann. Die Vorteile liegen im minimal-invasiven Vorgehen, einer niedrigen Komplikationsrate und eine hohe Patientenzufriedenheit.