Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2014; 11 - A43
DOI: 10.1055/s-0034-1375402

Breast Cancer Treatment with Afinitor® (Everolimus) and Exemestane for ER+ Women – Ergebnisse der ersten Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie BRAWO

EM Grischke 1, D Lüftner 2, F Schütz 3, P Wimberger 4, F Förster 5, T Decker 6, C Uleer 7, M Muth 8, J Kreuzeder 8, W Bloch 9, H Tesch 10, C Jackisch 11, PA Fasching 12
  • 1Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • 2Charité – Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • 3Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • 4Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
  • 5Poliklinik GmbH Chemnitz, Chemnitz, Deutschland
  • 6Studienzentrum Onkologie Ravensburg, Ravensburg, Deutschland
  • 7Gynäkologisch/Onkologische Praxis, Hildesheim, Deutschland
  • 8Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, Deutschland
  • 9Deutsche Sporthochschule Köln, Köln, Deutschland
  • 10Onkologische Gemeinschaftspraxis am Krankenhaus Bethanien, Frankfurt, Deutschland
  • 11Klinikum Offenbach GmbH, Offenbach, Deutschland
  • 12Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Deutschland

Zielsetzung:

In der nicht-interventionellen Studie BRAWO werden die Behandlungsverläufe von 3000 Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom dokumentiert, die gemäß Zulassung mit Everolimus und Exemestan behandelt werden. Mit den Ergebnissen der ersten Zwischenanalyse werden hier erstmals Daten für die Routineanwendung dieser Therapie präsentiert.

Methode:

BRAWO erhebt Daten zur klinischen Routine an ca. 400 Zentren, um Erkenntnisse zu gewinnen bezüglich der a) Auswirkung von körperlicher Aktivität auf die Effizienz und Lebensqualität, b) Prophylaxe und Handhabung von Stomatitis in der klinischen Routine, c) Therapiesequenz.

Ergebnisse:

Daten von 866 Patientinnen an 253 aktiven Zentren wurden analysiert. Medianes Alter: 66 Jahre; medianer BMI: 25,8; ECOG-Status 0 – 1: 90%; viszerale Metastasen: 55%; ausschließlich Knochenmetastasen: 25,1%. 53,7% der Patientinnen hatten mindestens eine Komorbidität. 29% erhielten Everolimus und Exemestan als erste, 30% als zweite, 18% als dritte und 23% als vierte oder spätere Therapielinie in der fortgeschrittenen Situation. Über den bisherigen Dokumentationszeitraum (Okt 2012-Jan 2014) lässt sich eine deutliche Verschiebung zu Gunsten eines früheren Einsatzes feststellen. In erster oder zweiter Linie behandelte Patientinnen erlitten weniger unerwünschte Arzneimittelwirkungen jeglicher Art (68,7% versus 81,4% in späteren Linien, p < 0,0005). 87,2% der Patientinnen erhielten Informationen zur Stomatitis-Prophylaxe von Ihrem Arzt. Von 445 Patientinnen mit mindestens 3 Monaten Follow-up entwickelten 45,8% eine Stomatitis, mehrheitlich Grad 1 oder 2. 18,1% der Patientinnen hatten Exemestan bereits früher in ihrem Therapieverlauf erhalten. Präsentiert werden des Weiteren Daten zur Therapiesequenz, Dosierung und Anschlusstherapie.

Zusammenfassung:

Bei Behandlung in Erst- oder Zweitlinie entwickelten die Patientinnen weniger unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Die große Mehrheit der Ärzte empfehlen Maßnahmen zur Stomatitis-Prophylaxe.