Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2014; 11 - A13
DOI: 10.1055/s-0034-1375372

Weiterentwicklung des SNLB-Konzept unter Verwendung von SPIOs beim Mammakarzinom – Prozessierung der Nanopartikel im Organismus

K Baumann 1, J Stegmann-Frehse 1, A Rody 1, K Gräfe 2, K Lüdtke-Buzug 2, T Buzug 2, D Finas 3
  • 1Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • 2Universität zu Lübeck, Institut für Medizintechnik, Lübeck, Deutschland
  • 3Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld, Bielefeld, Deutschland

Das Konzept der Sentinellymphknoten-Detektion mit Nanopartikeln erhält derzeit große öffentliche Aufmerksamkeit. Eine exakte 3D-Detektion von Sentinellymphknoten (SNLs) ist unter Verwendung superparamagnetischer Nanopartikel (SPIOs) und deren Darstellung mittels Magnetic Particle Imaging (MPI) möglich. Diese Arbeit fokussiert auf die Weiterentwicklung dieses Konzeptes durch Evaluation der organischen Tracer-Prozessierung und der Sicherheit für die Patientinnen.

Material und Methoden:

Die Verteilung der SPIOs wurde im vivo Mausmodel in eigenen Studien bereits evaluiert. Die Untersuchung der Prozessierung der Eisen-tragenden Nanopartikel im Organismus erfolgt erstmals auf der Basis dieser Vorstudien im healthy und tumor Mausmodel. Die zelluläre Aufnahme und der Weitertransport der SPIOs wird durch immunhistochemische und spezifische mikroskopische Techniken untersucht.

Ergebnisse:

Im in vivo Model der gesunden Maus und im Tumor-Maus-Model wurde das neue Prinzip der MPI-basierten SNL-Detektion mittels SPIOs untersucht. Mammäres und axilläres Gewebe wurde durch histologische, elektronenmikroskopische, atomabsorptionsspektrometrische und MRT Diagnostik aufgearbeitet und die Verteilung der SPIOs makroskopisch und mikroskopisch nachvollzogen. Die Kolonisation der Lymphknoten findet von außen nach innen statt. Es zeigt sich eine Distribution entlang der Kollagenfasern. Die Prozessierung der SPIOs durch Makrophagen wird dargestellt und nachvollzogen.

Zusammenfassung:

Die neue Sentinel-Detektion ermöglicht die exakte 3D-Lokalisation der SNLs. Der Tracer ist intraoperativ injizierbar, nicht radioaktiv und kostengünstig. Die Verwendung von eisentragenden Nanopartikeln stellt keine Gefährdung der Patientensicherheit dar. Die Eisenpartikel werden phagozytiert und dem körpereigenen Eisenspeicher zur Verfügung gestellt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF Grant number 01EZ0912) und der universitäre Forschungsschwerpunkt „Bildgebung bei Krankheitsprozessen“ der Universität zu Lübeck unterstützen dieses Projekt.