Palliativmedizin 2014; 15 - PA44
DOI: 10.1055/s-0034-1374269

Möglichkeiten der musiktherapeutischen Arbeit mit Monochord und Klangstuhl anhand einer Einzelfalluntersuchung

M Warth 1, G Platzbecker 2, J Kessler 2, HJ Bardenheuer 2
  • 1Fakultät für Therapiewissenschaften, SRH Hochschule, Heidelberg, Deutschland
  • 2Universitäre Palliativmedizin am Krhs. St. Vincentius, Heidelberg, Deutschland

Musiktherapie ist eines der am häufigsten eingesetzten komplementären Therapieverfahren in der Palliativmedizin und hat zum Ziel, die medizinisch-pharmakologische Schmerztherapie zu ergänzen, psychosoziale Unterstützung zu leisten und so allgemein zu Erhalt bzw. Verbesserung der Lebensqualität des Patienten beizutragen. Aufgrund seiner Eigenschaft als mobiles und rezeptiv (ohne aktive körperliche Patientenbeteiligung) sehr gut einsetzbares Instrument, findet das Monochord in der Musiktherapie mit Schwerstkranken häufigen Einsatz. Auf der Universitären Palliativstation am Krankenhaus St. Vincentius in Heidelberg wird seit Oktober 2013 darüber hinaus ein Klangstuhl genutzt. Beiden Instrumenten wird durch die obertonreichen monochromen Klänge eine entspannende Wirkung zugesprochen. Beim Klangstuhl wird dieser Effekt durch die unmittelbare Körpervibration möglicherweise noch verstärkt. Dass die spezifische Indikation solcher Verfahren über die kurzfristige Steigerung des Wohlbefindens hinausgehen kann, zeigt der Fall einer 74-jährigen Patientin mit fortgeschrittenem Mammakarzinom. Begleitet von der Musiktherapeutin nutzte die Patientin über einen Zeitraum von mehreren Sitzungen ihre Erfahrungen während des instrumentellen Spiels als Ausgangspunkt für die Aufarbeitung ihrer teils akuten, teils biografisch bedingten emotionalen Belastungen. Ihrem subjektiv ausgedrückten Empfinden über die Wirkung und den Wert der musiktherapeutischen Behandlung entsprachen psychologische (VAS zu Schmerz, Entspannung, Wohlbefinden) und physiologische Daten (Herzratenvariabilität), die während zwei der Sitzungen erhoben werden konnten.