Endo heute 2014; 27 - P36
DOI: 10.1055/s-0034-1371071

Fallbericht: Peritonealtuberkulose: Laparoskopische Diagnostik zielführend

L Reefschläger 1, P Loeff 1, W Mellin 2, C Benz 1
  • 1Evangelisches Krankenhaus Weyertal Köln, Innere Medizin, Köln, Deutschland
  • 2Institut für Pathologie & Zytologie Köln Weyertal, Pathologie, Köln, Deutschland

Fragestellung:

Die Diagnose einer Peritonealtuberkulose bleibt aufgrund der unspezifischen Symptome sowie des komplizierten Erregernachweises erschwert. Häufig dauert es über einen Monat vom Beginn der Symptomatik bis zur Diagnosestellung. Mit einer Sensitivität bis 98% gilt die MIni-Laparoskopie nach wie vor als Diagnostikum der Wahl. Der Fallbericht handelt von Patienten mit unklarem Aszites.

Ziel:

Wir berichten über einen 46-jährige Patienten, der mit mit unspezifischen Bauchschmerzen sowie neu aufgetretenem Aszites zur stationären Aufnahme kam. Laborchemisch wurden keine pathologischen Werte erhoben. In der Aszitespunktion fiel eine hohe Lymphozytendichte auf. Die bidirektionale endoskopische Diagnostik erbrachte kein zielführendes Ergebnis. Ein Quantiferontest war jedoch hochsignifikant positiv. Dennoch gelang bei der Aszitesuntersuchung weder ein direkter noch ein indirekter Nachweis einer Tuberkulose (PCR, Mikroskopie, Kultur jeweils negativ). Ein Röntgen-Thorax war ebenso unauffällig. Schließlich zeigten sich in der dann durchgeführten Minilaparoskopie für eine Peritonealtuberkulose typische weißliche Stippchen über das gesamte Peritoneum verteilt (Abb. 1), die in der histologischen Untersuchung einen tuberkulosetypischen Epitheloidsaum mit Langhans'schen Riesenzellen aufwiesen. Ebenso wurde aus einem Biopsat Mycobacterium tuberculosis kulturell nachgewiesen.

Abb. 1

Methodik:

Entfällt, da Fallbericht.

Ergebnis:

Dieser Fallbericht zeigt, dass die diagnostische Minilaparoskopie die zielführende Untersuchung in der Diagnose der Peritonealtuberkulose ist.

Zum einen ist das optische Bild weißer, punktförmiger Stippchen im gesamten Peritoneum sowie peritonealer Adhäsionen hochverdächtig auf das Vorliegen der Erkrankung. Zum anderen gelingt ein kultureller Nachweis von Mycobakterien bzw. ein mikroskopischer Nachweis epitheloidzelliger Granulome meist nur aus direkten Biopsien der Stippchen. [1]

References:

[1] SANAI, F. M. and BZEIZI, K. I., (2005), Systematic review: tuberculous peritonitis – presenting features, diagnostic strategies and treatment., Alimentary Pharmacology & Therapeutics, 685 – 700, 22, 2013 – 11 – 17