Aktuel Ernahrungsmed 2014; 39(02): 127-131
DOI: 10.1055/s-0034-1369885
Standpunkt
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Moderne Ernährungstherapie bei onkologischen Patienten – ein Positionspapier

Modern Nutrition Therapy in Cancer Patients – A Position PaperChr. Löser1, S. Fruehauf2, M. Müller3, P. Brück4, L. Hahn5, O. Lange6, M. Masin7, I. Schiefke8, S. C. Bischoff9
  • 1Rotes Kreuz-Krankenhaus Kassel, Medizinische Klinik, Kassel
  • 2Paracelsus Klinik Osnabrück, Abt. Hämatologie und internistische Onkologie, Osnabrück
  • 3Medizinische Universitätsklinik, Abt. Innere Medizin II, Tübingen
  • 4Medizinische Klinik IV, Hämatologie, Uniklinik Gießen
  • 5Praxisklinik und Dialysezentrum Herne
  • 6Strahlentherapie Bonn-Rhein-Sieg, Bonn
  • 7Diabetologie/Ernährungsmedizin Universitätsklinikum Münster, Medizinische Klinik und Poliklinik B, Münster
  • 8Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Klinikum St. Georg, Leipzig
  • 9Universität Hohenheim, Institut für Ernährungsmedizin, Stuttgart
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Publication History

Publication Date:
11 April 2014 (online)

Zusammenfassung

Tumorerkrankungen sind meist von einer Mangelernährung begleitet. So weist mehr als die Hälfte der Tumorpatienten schon vor Diagnosestellung einen Gewichtsverlust auf. Dabei ist eine Mangelernährung ein unabhängiger Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Sie führt zu einem Verlust der Lebensqualität, reduziert die Therapietoleranz und verschlechtert die Prognose. Mehr als 25 % der Krebspatienten versterben an den Folgen ihrer körperlichen Auszehrung.

Viele onkologisch tätige Ärzte sehen eine Ernährungstherapie bei solchen Patienten eher als Aufgabe von Homecare-Organisationen und weniger als ärztliche Aufgabe an. Es ist daher notwendig, das Bewusstsein der Onkologen für die Risiken einer unbehandelten Mangelernährung bei Tumorpatienten zu verbessern und sie davon zu überzeugen, dass eine Ernährungstherapie ein klinisch relevanter Teil der Tumortherapie ist. Im Rahmen eines moderierten Workshops trafen sich deshalb neun Experten aus den Gebieten Ernährungsmedizin und Onkologie zu einer Bestandsaufnahme der Situation der Ernährungstherapie in der Onkologie. Ziel des Treffens war es, Eckpfeiler für eine bessere Integration der Ernährungstherapie in der Onkologie zu erarbeiten und Maßnahmen festzulegen, mit deren Hilfe das Thema weiter vorangetrieben werden kann.

Abstract

Cancer patients frequently suffer from malnutrition. More than half of the tumor patients experience a weight loss prior to their tumor diagnosis. Malnutrition is an independent risk factor for an unfavorable course of disease. Patients show an impaired quality of life, are less therapy tolerant and have a poorer overall prognosis. More than 25 % of cancer patients die because of their cachexia.

Many oncologists consider nutrition therapy to be the business of homecare organizations rather than the responsibility of the treating physician. Therefore it is necessary to raise the awareness for the risks of an untreated malnutrition and to convince oncologists that nutrition therapy is a clinically relevant part of tumor therapy. To review the situation and analyze the actual state of nutrition therapy in oncology, nine experts from oncology and nutritional medicine met in the context of a moderated workshop. Objective of the meeting was to work out corner stones for a better integration of nutrition therapy into oncology and to define measures to promote the issue.