Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2014; 49(2): 92-99
DOI: 10.1055/s-0034-1368675
Fachwissen
Anästhesiologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Fiberoptische Wachintubation – Goldstandard für den erwartet schwierigen Atemweg

Awake fiberoptic intubation – Gold standard for the anticipated difficult airway
Andreas Schenk
,
Christian K Markus
,
Peter Kranke
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 February 2014 (online)

Zusammenfassung

Die fiberoptische Wachintubation gerät in den letzten Jahren scheinbar zunehmend in den Hintergrund. Alternative Möglichkeiten der Atemwegssicherung gelangen immer mehr in den Fokus der klinischen Anästhesie und werden zudem gezielt für den schwierigen Atemweg beworben. Die Sorge scheint berechtigt, dass diese Intubationstechnik – einst unstrittiger Standard im Management des erwartet schwierigen Atemweges – immer seltener (aus)geübt wird und gerade jüngere Kollegen kaum noch Routine in deren Praxis erwerben. Dieser Artikel möchte diesem Trend entgegenwirken und insbesondere ein praxisorientiertes Vorgehen aufzeigen. Vor diesem Hintergrund wird das Equipment beschrieben und es werden Tipps und Tricks zur Durchführung gegeben. Schwerpunkt sind ferner Sicherheitsaspekte und der Erfolgsfaktor einer guten topischen Schleimhautanästhesie, welche von größerer Bedeutung ist als eine begleitende Analgosedierung.

Abstract

Awake fiberoptic intubation seems to continually lose importance in recent years. Alternative optionsof airway management are coming more and more into the focus of clinical anaesthesia and are moreover advertised specifically for the difficult airway. The concern seems justified that this intubation technique – once the indisputed standard in the management of the anticipated difficult airway – is practised less and less so that especially younger colleagues can hardly gain routine practice. This article aims at counteracting this trend and particularly demonstrates a practical approach. Against this background the equipment is described and tips and tricks are given for execution. The main focus are safety aspects and the success factor of a good topical mucosal anaesthesia, which is of greater importance than a concomitant sedation.

Kernaussagen

  • Die Nutzen-Risiko-Abwägung für das gewählte Intubationsverfahren muss so objektiv wie möglich erfolgen. Dies wird mit ausreichend Training besser gelingen.

  • Das Verfahren ist abhängig von einer absolut suffizienten Schleimhautanästhesie. Diese lässt sich z. B. mittels MAD mit wenig Aufwand exzellent herstellen.

  • Hektik und zu viel Kraft (Tubusplatzierung) sind fehl am Platz und gefährden das Vorgehen, da dabei leicht Blutungen entstehen können.

  • Im Falle von Patientendyskomfort soll in erster Linie nicht die Analgosedierung, sondern die Lokalanästhesie vertieft werden.

Ergänzendes Material