Pneumologie 2014; 68 - P193
DOI: 10.1055/s-0034-1367901

MicroRNA-Profile in mediastinalen Lymphknoten von Patienten mit Anthrakosilikose

PC Sonnen 1, S Sonnen 1, S Welter 2, L Klein-Hitpass 3, D Theegarten 1, F Bonella 4
  • 1Institut für Pathologie und Neuropathologie, Universitätsklinikum Essen
  • 2Abteilung für Thoraxchirurgie, Ruhrlandklinik – Westdeutsches Lungenzentrum am Universitätsklinikum Essen
  • 3Institut für Zellbiologie, Universitätsklinikum Essen
  • 4Abt. Pneumologie/Allergologie, Ruhrlandklinik, Universitätsklinik, Universität Duisburg-Essen

Hintergrund: Die Anthrakosilikose (A.) ist eine Mischstaubpneumokoniose, die durch die Inhalation von quarz- und kohlehaltigem Staub hervorgerufen wird und mit einer Granulombildung einhergeht. MicroRNAs (miRNAs) sind kurze, hoch konservierte, nicht kodierende RNAs, die eine wichtige Rolle in der Genregulation spielen. Ziel dieser Studie war es, die miRNA Expression bei der A. zu erforschen.

Material und Methode: RNA von je 5 Patienten mit histologisch gesicherter A. und 4 gesunden Kontrollen wurde mit einem GeneChip® miRNA Array 3.0 untersucht. Hierbei wurde Formalin fixiertes, in Paraffin eingebettetes mediastinales Lymphknotengewebe eingesetzt, welches mit einer Mediastinoskopie gewonnen worden war.

Ergebnisse: Von den 1733 gescreenten miRNAs wurden bei einer 10% False Discovery Rate 4 (miR-92a, miR-138, miR-214, miR-4736) bei der A. im Vergleich zu den Kontrollen herunterexprimiert gefunden (durchschnittliche relative Expression: 0,30 ± 0,20; p < 0,002). miR-1226 war überexprimiert (3,33, p = 0,00006).

Schlussfolgerung: Ein spezifisches Muster von differentiell exprimierten miRNAs wurde bei Patienten mit A. im Vergleich zu gesunden Kontrollen gefunden. Interessanterweise wurde miR-138, die die Expression des Hypoxie-induzierten Faktor (HIF) hemmen kann, hierbei herunterreguliert gefunden. Weitere Untersuchungen sind nötig um dieses miRNA Expressionsmuster bei der A. zu validieren und mit anderen Granulomatosen zu vergleichen.