Pädiatrie up2date 2014; 09(02): 131-147
DOI: 10.1055/s-0034-1365481
Intensivmedizin/Neonatologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Analgosedierung im Kindesalter

Tom Terboven
,
Ralf Hillmann
,
Franz-Josef Kretz
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Publication History

Publication Date:
01 June 2014 (online)

Kernaussagen
  • Vor der Analgosedierung muss eine schriftliche Risikoaufklärung der Eltern erfolgen und deren Einwilligung vorliegen; die Einwilligung muss den Eltern in Kopie ausgehändigt werden.

  • Bezüglich der Nahrungskarenz finden die gleichen Richtlinien Anwendung wie für die Allgemeinanästhesie.

  • Die gleichzeitige Durchführung von Sedierung und Untersuchung/Intervention durch ein und dieselbe Person verbietet sich ab einer Sedierungstiefe vom Grad II.

  • Alle an der Sedierung beteiligten Personen (Ärzte und Pflegepersonal) müssen mit den möglichen Komplikationen der Analgosedierung und ihrer Behandlung vertraut sein und profunde Kenntnisse in der Kinderanästhesie oder Kinderintensivmedizin besitzen.

  • Bezüglich der Überwachung gelten EKG, Pulsoxymetrie, NIBP und etCO2-Messung als Mindeststandard. Im Anschluss an die Sedierung muss eine Überwachung nach den Standards eines Aufwachraums erfolgen.

  • Die Kombination aus Propofol und S-Ketamin in niedriger bis mittlerer Dosierung bietet sich an aufgrund der profunden Analgosedierung bei erhaltenen Schutzreflexen, relativ geringer Beeinträchtigung des Atemantriebs und guter Steuerbarkeit.

  • Lokalanästhetika (EMLA-Creme, subkutane Infiltration) bieten sich als Supplement an und reduzieren den Bedarf an Analgetika und Sedativa und sollten nach Möglichkeit immer eingesetzt werden.

  • Die Kombination von Opioiden und Sedativa birgt eine große Gefahr der Atemdepression und erfordert einen erfahrenen Anwender.

  • Lachgas ist aufgrund der gering ausgeprägten Analgesie und Sedierung lediglich für wenig schmerzhafte Eingriffe geeignet (Venenpunktion, oberflächliche Verbandswechsel).

  • Im MRT bietet sich aufgrund des eingeschränkten räumlichen Zugangs zum Kind die Sicherung des Atemwegs mit einer Larynxmaske an.

  • Gastroskopien bei Kleinkindern in Analgosedierung ohne gesicherten Atemweg sollten nur von hierin enorm erfahrenem Personal durchgeführt werden. In allen anderen Fällen empfiehlt sich eine Intubationsnarkose.