Phys Med Rehab Kuror 2014; 24(01): 29-33
DOI: 10.1055/s-0033-1358692
Wissenschaft und Forschung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Welche Faktoren beeinflussen das Behandlungs­ergebnis nach einer proximalen Humerusfraktur?

What Parameters Determine the Outcome in Proximal Humerus Fractures?
K. Erler
1  Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena
,
A. Wilharm
1  Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena
,
E. Mey
1  Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena
,
G. Hofmann
1  Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena
,
H.-C. Scholle
1  Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

eingereicht: 25 April 2013

angenommen: 14 October 2013

Publication Date:
05 February 2014 (online)

Zusammenfassung

Fragestellung:

Humeruskopffrakturen gehören zu den häufigsten Frakturen. Die Evidenzlage zur Nachbehandlung ist schlecht. Ziel der Studie war die Identifikation von Einflussfaktoren auf das Behandlungsergebnis.

Material und Methoden:

Untersucht wurden 62 Patienten mit proximalen Humerusfrakturen nach 6, 12 und 52 Wochen sowie 10 gesunde Probanden. Mittels Oberflächen-EMG erfolgte beidseitig die Ableitung von 16 Schultermuskeln in verschiedenen Untersuchungssituationen in der Scapulaebene. Zusätzlich wurden Constant-Murley-, DASH-Score sowie patientenspezifische Daten erhoben.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Schwere der Fraktur und die Behandlungsart wichtige Einflussfaktoren sind. Alter, Geschlecht und Händigkeit spielten eine untergeordnete Rolle. Eine konservative Behandlung sollte nach Möglichkeit favorisiert werden. Die Funktion des M. deltoideus ist durch die Fraktur beeinträchtigt und beeinflusst das Ergebnis entscheidend. EMG-Verfahren liefern zusätzliche Erkenntnisse zur Erklärung von Pathomechanismen. Eine frühzeitige Nachbehandlung erscheint notwendig.

Schlussfolgerung:

Wichtig für den Behandlungserfolg ist ein begründeter Entscheidungsalgorhythmus des erstbehandelnden Arztes.

Abstract

Purpose:

Proximal humerus fractures belong to the most common fractures. However the level of evidence is not very good. The aim of the study was therefore the identification of factors that influence the outcome.

Materials and Methods:

62 patients with proximal humerus fractures were examined 6, 12 and 52 weeks after fracture. Furthermore 10 other subjects without any shoulder diseases were checked. The activation of 16 shoulder muscles on both sides was recorded by surface EMG during several situations in the scapula plane. Additionally CM- and DASH-Score as well as individual personal data were collected.

Results:

The results have shown that the severity of the fracture and the kind of treatment are the essential factors. Age, sex and handedness are not essential. A conservative treatment should be favoured if possible. The function of M. deltoideus is impaired by the fracture and is essential for the result of the treatment. EMG techniques deliver additional results related to the explanation of pathological mechanisms. An early therapy seems to be necessary.

Discussion:

A founded decision by the physician is relevant for the success of treatment.