Frauenheilkunde up2date 2015; 9(1): 35-48
DOI: 10.1055/s-0033-1358095
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Herzrhythmusstörungen in der Schwangerschaft: Was tun? Was ist möglich, was nicht?[*]

Hans-Joachim Trappe
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Publication Date:
23 February 2015 (online)

Kernaussagen

Herzrhythmusstörungen können während einer Schwangerschaft neu auftreten oder vorbekannte Rhythmusstörungen können aggraviert werden. Eine genaue Abklärung der vorliegenden Arrhythmieformen ist notwendig, wobei neben der Erhebung der Anamnese und des klinischen Untersuchungsbefundes ein 12-Kanal-Oberflächen-EKG und eine transthorakale Echokardiografie die entscheidenden Verfahren sind. Allerdings gilt: Was man nicht kennt, erkennt man nicht! Obgleich die meisten Rhythmusstörungen harmlos und für den Verlauf der Schwangerschaft unbedeutend sind, können Herzrhythmusstörungen auch schwerwiegend sein und zum Tod von Mutter und Fetus führen. Es ist daher unumgänglich, dass in der Behandlung einer Schwangeren mit Rhythmusstörungen eine enge Kooperation zwischen Gynäkologen und Kardiologen stattfinden sollte, um geeignete Maßnahmen auszuwählen, die mit einem möglichst geringen Risiko für Schwangere und Fetus einhergehen. Trotz notwendiger Besonderheiten während einer Schwangerschaft und einer sorgfältigen „Nutzen/Risiko-Abwägung“ für Mutter und Kind können alle bekannten supraventrikulären und/oder ventrikulären Arrhythmien adäquat und mit hohen Erfolgsraten behandelt werden.

* Mod. nach Erstpublikation in: Aktuel Kardiol 2014; 3: 220–226