Frauenheilkunde up2date 2014; 8(6): 361-376
DOI: 10.1055/s-0033-1358056
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Geburtshilfliche Operationen

Franz Kainer
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Publication Date:
08 December 2014 (online)

Einleitung

Die Häufigkeit von geburtshilflichen Operationen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Ursache dafür ist in erster Linie die steigende Sectiorate. Wurde bis 1960 in ca. 3–5 % eine Schnittentbindung durchgeführt, so kam es bis 1980 durch großzügigere fetale Indikationen zu einem Anstieg auf 10–15 %. In der Zwischenzeit liegt die Sectiofrequenz zwischen 20 und 50 %. Die Häufigkeit von vaginal-operativen Eingriffen ist zwar leicht rückläufig, hat aber immer noch einen hohen Stellenwert. So liegt die Rate für vaginal-operative Entbindung (VOE) in den Industriestaaten immer noch zwischen 5 und 20 % (je nach Herkunftsland) [1].

In Deutschland beträgt die Rate für vaginal-operative Entbindungen zwischen 3,5 und 8,5 %. Deutlich abgenommen hat die Rate der Zangengeburten, die in den verschiedenen Bundesländern von Deutschland zwischen 0,2 und 1,0 % liegt. Die Rate der vaginalen Entbindungen ist von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich und reicht von 0–70 % [2].