Frauenheilkunde up2date 2014; 8(4): 263-278
DOI: 10.1055/s-0033-1357967
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Listeriose in der Schwangerschaft

Franz Allerberger
,
Claudius Fazelnia
,
Johannes Brandner
,
Karina Preußel
,
Hendrik Wilking
,
Klaus Stark
,
Steliana Huhulescu
Further Information

Publication History

Publication Date:
29 August 2014 (online)

Kernaussagen

Infektionen mit Listeria monocytogenes werden meist durch den Konsum kontaminierter Lebensmittel erworben. In der Schwangerschaft verlaufen Listeriosen bei der Mutter meist unter dem Bild eines febrilen Infekts; für den Fetus allerdings können sie tödlich enden. Obwohl die heute üblichen Therapieschemata bei neonatalen Infektionen die natürliche Cephalosporin-Resistenz von Listerien beachten, liegt die Letalität bei Neugeborenen mit Listeriose dennoch bei circa 20 %.

Für eine labordiagnostische Früherkennung fehlen geeignete Möglichkeiten. Serologische Antikörpertests und bakteriologische Stuhluntersuchungen sind nicht hilfreich, da der Nachweis von spezifischen Antikörpern oder von Listerien auch bei gesunden Schwangeren vorkommen kann. Eine frühzeitige Diagnose ist also schwierig und daher bleibt meist nur der kulturelle Erregernachweis aus Blutkulturen, Liquor, Abstrichen oder Mekonium als Diagnostikum. Therapeutikum der ersten Wahl ist parenterales Amoxicillin oder Ampicillin.