Notf.med. up2date 2014; 9(1): 77-94
DOI: 10.1055/s-0033-1357876
Spezielle Notfallmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Synkope – das Chamäleon in der Notfallmedizin

Katharina Schöne
,
Christian Roth
,
Jochen Alexander Pega
Further Information

Publication History

Publication Date:
25 February 2014 (online)

Kernaussagen
  • In der Notaufnahme werden 3–4 % der Patienten aufgrund einer Synkope vorgestellt [1].

  • Eine Synkope ist ein vorübergehender Bewusstseinsverlust infolge einer transienten globalen zerebralen Hypoperfusion, charakterisiert durch rasches Einsetzen, kurze Dauer und spontane, vollständige Erholung [2].

  • Oft wird im klinischen Alltag der Begriff der Synkope falsch verwendet.

  • Die wichtigsten Differenzialdiagnosen der Synkope sind der generalisierte epileptische Anfall (typische postiktale Müdigkeit) und der dissoziative Anfall.

  • Patienten mit einer stattgehabten kardialen Synkope haben mit 30 % eine deutlich erhöhte 1-Jahres-Mortalität [3] und sollten daher entsprechend diffizil diagnostiziert werden.

  • Eine sorgfältige Anamneseerhebung (inklusive Synkopenhergang) ermöglicht oft bereits einen Verdacht auf die Ätiologie der Synkope.

  • Das Schreiben eines 12-Kanal-EKG bei stattgehabter Synkope ist obligat. Es sollte auf typische Zeichen bezüglich einer rhythmogenen Synkope wie insbesondere Schenkelblockierungen, SA- respektive AV-Blockierungen ggf. mit Bradykardien und Tachykardien geachtet werden.

  • In der Notaufnahme sollten primär vital gefährdende Ursachen einer Synkope ausgeschlossen werden.

  • Es ist empfohlen, gemäß einer Risikostratifizierung über eine stationäre Aufnahme versus Entlassung zu entscheiden.