Pädiatrie up2date 2013; 08(04): 347-366
DOI: 10.1055/s-0033-1353607
Infektionskrankheiten
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Zeckenübertragene Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

Hans-Iko Huppertz
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Publication Date:
25 November 2013 (online)

Fazit

Durch Zecken übertragene Erkrankungen spielen in Deutschland eine wichtige Rolle, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist selten, kann jedoch zu bleibenden neurologischen Schäden führen. Deshalb sollte bei Aufenthalt im Endemiegebiet ein entsprechender Impfschutz vorhanden sein. Ob dieser ab 3 Jahren oder schon nach dem ersten Lebensjahr zu geben ist, wird die weitere Diskussion zeigen.

Die Lyme-Borreliose gehört zu den häufigen bakteriellen Erkrankungen in Deutschland. Die überwiegende Mehrzahl der Fälle, insbesondere das Erythema migrans, kann jedoch erfolgreich antibiotisch behandelt werden, womit die Entstehung später Manifestationen der Borreliose verhindert werden kann. Auch die anderen beiden häufigeren Krankheitsbilder im Kindesalter (frühe Neuroborreliose und Lyme-Arthritis) sind gut antibiotisch behandelbar. Die Diagnostik der Lyme-Borreliose kann schwierig sein und erfordert (bei Ausbleiben des pathognonomischen Erythema migrans) eine serologische Diagnostik. Die Neuroborreliose kann nur mittels Lumbalpunktion diagnostiziert werden. Bei jeder neu aufgetretenen Arthritis sollte auch an eine Lyme-Arthritis gedacht werden. Die Prophylaxe der Borreliose besteht in der zügigen und richtigen Entfernung anhaftender Zecken.