Z Gastroenterol 2013; 51 - K454
DOI: 10.1055/s-0033-1353094

Seltene gastroenterologische und pulmonologische Differentialdiagnose bei chronischem Husten

K Ende 1, KM Deppermann 2, M Herold 3, JG Scharf 1
  • 1HELIOS Klinikum Erfurt, 2. Med. Klinik, Erfurt, Germany
  • 2HELIOS Klinikum Erfurt, 1. Med. Klinik, Erfurt, Germany
  • 3HELIOS Klinikum Erfurt, 4. Med. Klinik, Göttingen, Germany

Kasuistik: Ein 46-jähriger Mann hat seit August 2012 intermittierend belastungsabhängigen Husten und stellt sich im Dezember 2012 in der pulmonologischen Abteilung zur weiteren Abklärung vor. Klinisch ist er in einem guten Allgemein- und Kräftezustand. Es findet sich ein ca. 1 cm großer Lymphknoten rechts cervical. Der Befund wird auf ein im letzten Jahr durchgemachtes Pfeiffersches Drüsenfieber zurückgeführt. Die Laborparameter sind unauffällig. Wegen einer linksparatrachealen Raumforderung wird der Patient in der gastroenterologischen Abteilung vorgestellt.

In der im Weiteren durchgeführten Gastroskopie zeigen sich multiple submuköse Veränderungen im Bereich der gesamten Speiseröhre, aber auch des Magens und des Duodenums. Es erfolgt eine Endosonografie des oberen Gastrointestinaltraktes. Die echoarmen Veränderungen sind submucös lokalisiert, im Ösophagus auf die Submucosa beschränkt und zeigen im Magen und Duodenum aber eine Infiltration bis zur Serosa. Zusätzlich zeigen sich paragastrale und paraduodenale Lymphknotenschwellungen. In der gleichfalls durchgeführten Bronchoskopie stellt sich ein polypös wachsender gut vaskularsierter Tumor im unteren Drittel der Trachea mit einer nicht-funktionellen Stenose von 50% dar. Die entnommenen Gewebeproben ergeben histologisch den Befund eines Mantelzelllymphoms.

Diskussion: Obwohl der Gastrointestinaltrakt die dominierende Lokalisation von extranodalen Lymphomen ist, sind der Ösophagus- und Trachealbefall – wie in unserer Kasuistik – sehr selten (< 1%). Mantelzelllymphome werden in 7% der Non- Hodgkin Lymphome diagnostiziert. Der extranodale Befall ist in ca. 25% die primäre Präsentation der Erkrankung. Im Gastrointestinaltrakt können verschiedenen Abschnitte in folgender Häufigkeit befallen sein: 57% Magen, 52% Duodenum, 87% Jejunum, 90% Kolon und 69% Rektum. Ein Ösophagusbefall wird dagegen in der vorliegenden Literatur als sehr selten bzw. unter 1% angegeben. Die Kasuistik soll die beeindruckenden endoskopischen und endosonografischen Bilder dieser seltenen Manifestation eines Mantelzelllymphoms im Gastrointestinaltrakt veranschaulichen.